Gericht entscheidet über Schicksal des Wikileaks-Gründers

Vater von Julian Assange: Auslieferung "würde für ihn den Tod bedeuten"

04. Januar 2021 - 8:03 Uhr

Julian Assange drohen bis zu 175 Jahre Haft

Am Montag geht es für Wikileaks-Gründer Julian Assange in London um alles: Ein Gericht entscheidet, ob der 49-Jährige an die USA ausgeliefert wird. Dort drohen ihm wegen des Vorwurfs der Spionage bis zu 175 Jahre Haft. RTL-Korrespondent Ulrich Oppold hat exklusiv mit Assanges Vater John Shipton gesprochen. Im Falle einer Auslieferung befürchtet er für seinen Sohn das Schlimmste: "Es würde für ihn den Tod bedeuten", sagt Shipton im Video.

"Ich erwarte, dass Julian ausgeliefert wird"

Assange sitzt seit seiner Verhaftung im April 2019 in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis und wartet auf das US-Auslieferungsverfahren "Es geht ihm nicht gut," erklärt John Shipton. Das Gefängnispersonal und viele Häftlinge seien an Corona erkrankt, sein Sohn jeden Tag 23 Stunden lang in seiner Zelle gefangen. An die Unabhängigkeit des Londoner Gerichts glaubt er nicht. "Die Richterin ist voreingenommen und versucht daraus ein Schauprozess zu machen", sagt er. "Ich erwarte, dass Julian ausgeliefert wird."

USA werfen Assange Spionage vor

Die US-Justiz wirft Assange Spionage vor. Der Australier soll der Whistleblowerin Chelsea Manning (vor ihrer Geschlechtsumwandlung Bradley Manning) geholfen haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen zu veröffentlichen. Darunter ein Hubschraubervideo, das ein Kriegsverbrechen dokumentiert.

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Sieben Jahre in ecuadorianischer Botschaft

Assange lebte von 2012 bis zu seiner Verhaftung 2019 in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er mit seiner Anwältin Stella Morris zwei Söhne bekam. Zumindest das könnte ein Vorteil sein. Denn nach britischem Gesetz spielt das Recht auf ein Familienleben eine wichtige Rolle.