2019 M03 15 - 13:51 Uhr

Die Mutter zweier in Bielefeld mutmaßlich von ihrem Vater getöteten Kleinkinder hatte sich schon Wochen zuvor an die Polizei gewandt. Die Frau habe Mitte Januar Kontakt zur Polizei aufgenommen, weil sie eine Trennung plante und sich für diesen Fall vor "Aggressivität ihres Lebensgefährten" fürchtete, teilte eine Polizeisprecherin am Freitag auf Anfrage mit.

Es habe ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Sachbearbeiter für häusliche Gewalt stattgefunden. Dabei hätten sich weder Anhaltspunkte für zurückliegende Straftaten des Mannes gegen seine Partnerin oder Kinder ergeben "noch für akute Gefahren, die Sofortmaßnahmen notwendig gemacht hätten." Das "Westfalen-Blatt" hatte zuerst berichtet.

Der 41-Jährige soll die beiden gemeinsamen Kinder - einen einjährigen Sohn und eine zweijährige Tochter - mit einem Messer ermordet und danach einen Suizidversuch unternommen haben. Die Mutter war zur Tatzeit nicht in der Wohnung. Die Polizei betonte, bei ihr sei im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt zuvor "keine Strafanzeige wegen häuslicher Gewalt" eingegangen.

Staatsanwältin Claudia Bosse sagte, der tatverdächtige Türke sei weiter in einem kritischen Zustand. Ob der Mann wieder aufwache, sei noch unklar. Er habe sich nach der mutmaßlichen Tötung seiner beiden Kinder selbst die "Ellenbogen aufgeschnitten." Dann habe der 41-Jährige die Feuerwehr aber um seine Rettung gebeten und bei diesem Notruf gestanden, die Kinder getötet zu haben.

Quelle: DPA