Urlaub mit Hindernissen

Dänische Polizei hält Familie mit Kleinkind stundenlang an der Grenze fest

Dänische Grenzkontrollen (Symbolbild)
© dpa, epa Scanpix Fisker

27. Juli 2020 - 10:40 Uhr

Urlaubsdesaster bei Grenzkontrolle

Endlich Urlaub, endlich Entspannung: für Familie Weingartner aus Berlin soll es mit dem Auto nach Schweden gehen. Doch auf ihrem Weg dahin werden sie an der Grenze zu Dänemark schikaniert. Obwohl sie mit einem Kleinkind unterwegs sind, werden sie erst drei Stunden im Auto festgehalten und dann zurückgeschickt.

Familienvater rät von Reisen nach Dänemark ab

Hans Weingartner ist sauer und lässt seinem Frust auf Facebook freien Lauf. "Fahrt auf keinen Fall nach Dänemark", schreibt er. "Da wird man an der Grenze schikaniert ohne Ende." 

Begleitung mit bewaffneter Polizeieskorte

Doch was war genau passiert? Gemeinsam mit seiner Frau und seinem eineinhalbjährigen Kind will Hans Weingartner von Berlin nach Schweden in seinen zweiwöchigen Urlaub fahren. Die Familie nimmt ab Rostock die Fähre nach Dänemark und will anschließend über die Öresundbrück nach Schweden. Doch bis zur Brücke kommen sie erst gar nicht.

Bereits bei der Einreise nach Dänemark gibt es Probleme: Die dänische Polizei verweigert der Familie die Einreise. Man sagte ihr, ein Transit durch Dänemark sei während der Corona-Krise nur aus einem triftigen Grund möglich. Urlaub zähle nicht dazu. "Wir wollten ja nur nach Schweden, das ginge nicht, wir müssten sechs Tage in Dänemark bleiben", erklärt der Familienvater in seinem Facebook-Post. Insgesamt werden die Weingartners drei Stunden festgehalten- ohne Wasser und mit Kleinkind. Das Schlimmste: Die Beamten lassen nicht mit sich reden und begleiten die Familie mit einer bewaffneten Eskorte zurück zur Fähre. Dort sei die Familie unter Androhung einer Haftstrafe dazu gedrängt worden, ein Rückfahr-Ticket für 147 Euro zu kaufen und wieder auszureisen.

Ende gut, alles gut

Zurück in Deutschland beschwert sich Hans Weingartner telefonisch bei der dänischen Polizei. Schließlich habe er sich extra vor Reiseantritt über die Regeln an den Grenzen informiert. "Sogar auf der Website der dänischen Polizei steht klipp und klar, dass ein Urlaubstransit durch Dänemark wieder ausdrücklich erlaubt ist, solange man eine Hotelbuchung vorzeigen kann.", schildert der 43-jährige der Berliner Morgenpost. Doch nach der Hotelbuchung in Schweden hatte gar keiner gefragt.

Weingart will nicht aufgeben und überredet seine gestresste Frau am nächsten Tag, einen zweiten Einreiseversuch zu wagen. Wieder muss die Familie Extrakosten für die Fähre zahlen. Doch es lohnt sich. "Dieses Mal wurden wir von anderen Grenzposten aber paradoxerweise durchgewunken, ohne dass sich jemand für uns oder unsere Papiere auch nur interessiert hätte", sagt Weingartner gegenüber der Berliner Morgenpost. "Endlich konnten wir also doch noch unseren Urlaub antreten."

Polizei zeigt sich im Nachhinein einsichtig

Eine Sprecherin der dänischen Polizei entschuldigt sich auf Nachfrage der Morgenpost und bereut den Vorfall. Es sei keine mutwillige Aktion der Beamten gewesen. Zu Corona-Zeiten hätten sich die Anordnungen sehr oft geändert und die Beamten selbst verstehen sie teilweise falsch oder haben sie nicht richtig verinnerlicht.

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