Kanadischer Geschäftsmann vor Gericht

Vater behauptet: Geld verbrannt - damit seine Ex-Frau es nicht bekommt

Bruce McConville mit seiner Tochter. Vor Gericht behauptete er, eine Million Dollar verbrannt zu haben - damit seine Ex-Frau es nicht bekommt.
Bruce McConville mit seiner Tochter. Vor Gericht behauptete er, eine Million Dollar verbrannt zu haben - damit seine Ex-Frau es nicht bekommt.
© Facebook, Bruce McConville

07. Februar 2020 - 11:42 Uhr

Richter in Ottawa: „Sie zerstören die Zukunft ihres Kindes willentlich“

Vor Gericht verkündet ein kanadischer Geschäftsmann über eine Million kanadischer Dollar verbrannt zu haben. Offenbar damit seine Ex-Frau das Geld im Scheidungsprozess nicht zugesprochen bekommt. Dabei hat Bruce McConville die Rechnung offenbar ohne den Richter gemacht. Dieser verurteilte ihn in der vergangenen Woche zu 30 Tagen Haft und der Zahlung von 2.000 Dollar pro Tag an seine Ex-Frau. "Sie zerstören die Zukunft ihres Kindes willentlich", gab Richter Kevin Phillips ihm mit auf den Weg - nach einem denkwürdigen Schlagabtausch.

Befragung bringt das Fass zum Überlaufen

Die Befragung des 55-Jährigen hat die kanadische Zeitung "Ottawa Citizen" protokolliert: Zu Beginn erklärte McConville, insgesamt 1.050.000 Dollar in 25 Etappen von sechs Bankkonten abgehoben zu haben, zum Beweis präsentierte er die Rechnungen. Das Bargeld habe er nicht mehr.

Richter: "Wo ist das Geld jetzt?"

McConville: "Ich habe es zerstört."

Richter: "Wie meinen Sie das?"

McConville: "Ich habe es verbrannt."

Richter: "Wie kann das Zerstören von über einer Million Dollar im besten Interesse ihres Kindes sein? Sie verstehen, dass ihre Geschichte schwer zu glauben ist?"

McConville: "Ja, das tue ich."

Er habe das Geld aus Frust über den Verlauf der Scheidung verbrannt, zitiert die kanadische Zeitung ihn weiter. Da es für das Vernichten des Geldes weder Zeugen, noch Beweise oder Aufnahmen davon gab, kaufte ihm der Richter die Geschichte nicht ab. Stattdessen beschuldigte er den früheren Bürgermeisterkandidaten in Ottawa, das Gericht zu belügen und die Aufklärung des Falles zu verhindern. Wenn McConville seine finanziellen Verhältnisse verschleiere, würden die 30 Tage im Knast gegen künftige Strafen "wie ein Spaziergang im Park" wirken, so der Richter.

McConville verweigerte bereits zuvor Auskünfte und Zahlungen

Der Vater einer gemeinsamen Tochter hatte zuvor Auskünfte über sein Einkommen trotz gerichtlicher Anordnung verweigert. So verhinderte der 55-Jährige die Errechnung der Ansprüche seiner Ex-Frau und die der Höhe der Unterhaltszahlungen für das Kind. Kanadischen Medienberichten zufolge zahlte er deshalb bislang nichts.

"Ich glaube Ihnen nicht. Ich vertraue Ihnen nicht. Ich glaube nicht, dass Sie ehrlich sind", erklärte der Richter. "Ich ermahne Sie, die Vorschriften zu befolgen, sonst werden die 2.000-Dollar-pro-tag-Zahlungen fortgeführt, bis Sie alles verlieren." Kanadischen Medienberichten zufolge war McConville bei der letzten Bürgermeisterwahl als Kandidat mit einem Null-Toleranz-gegen-Verbrechen-Programm angetreten.