Utah will Todeskandidaten wieder an die Wand stellen: Hinrichtungen durch Erschießung rücken näher

Substanzen für die Giftspritzen werden knapp

Im US-Bundesstaat Utah rückt die Wiedereinführung von Erschießungskommandos für Todeskandidaten in Gefängnissen näher. Der Senat votierte mit 18 zu 10 Stimmen für die Wiedereinführung von Erschießung als Exekutionsmethode, sollten keine Chemikalien für die Giftspritze vorhanden sein. Um Gesetz zu werden, muss die Vorlage noch von Utahs Gouverneur Gary Herbert unterzeichnet werden.

Ronnie Lee am 18 Juni 2010 im Utah State Prison mit Schüssen exekutiert.
Wegen Mordes wurde Ronnie Lee am 18 Juni 2010 im Utah State Prison an diesen Stuhl gefesselt durch Erschießen hingerichtet.
dpa, Pool

Als Grund für die Regelung führte Herbert nach Medienberichten an, dass es zunehmend schwierig sei, die entsprechenden Substanzen für Giftspritzen zu erhalten. Deshalb greifen manche Bundesstaaten sogar schon zu nicht zugelassenen oder ausgetesteten Stoffen. Das lang verwendete Narkosemittel Natrium-Thiopental ist kaum mehr erhältlich, weil EU-Firmen es aus Menschenrechtsgründen nicht mehr in die USA liefern dürfen. Seit 2011 beschränkt die EU die Ausfuhr von Arzneistoffen, die in höherer Dosierung auch für Hinrichtungen verwendet werden.

Der Bundesstaat Utah hatte 2004 die Erschießungskommandos abgeschafft. Zuletzt war dort 1996 der verurteilte Kindermörder John Albert Taylor durch ein Erschießungskommando exekutiert worden. Von den 32 US-Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe zulässig ist, arbeitet derzeit lediglich Oklahoma mit Erschießungskommandos.