Utah: Richter bezeichnet verurteilten Vergewaltiger als "außergewöhnlich guten Mann"

Keith Robert V.wurde schuldig gesprochen. Obwohl er Frauen belästigt und missbraucht hatte, bezeichnete ihn sein Richter als "außergewöhnlich guten Mann".
Keith Robert V.wurde schuldig gesprochen. Obwohl er Frauen belästigt und missbraucht hatte, bezeichnete ihn sein Richter als "außergewöhnlich guten Mann".
© RTL, Utah County Sheriff's Office

22. April 2017 - 9:40 Uhr

"Auch die besten Männer machen ab und zu schlechte Dinge"

Ein Richter im US-Bundesstaat Utah hat einen Vergewaltiger zu mindestens 15 Jahren Gefängnis verurteilt - und bezeichnete ihn dann in der Urteilsbegründung als "außergewöhnlich guten Mann". Auch die besten Männer würden ab und zu schlechte Dinge machen, sagte er. Das berichtet die 'BBC'. Die Äußerungen des Richters riefen nicht nur bei den Opfern Empörung hervor.

" Es wird immer Menschen geben, die dir nicht glauben, die sich auf die andere Seite schlagen. In diesem Fall auf die Seite des Täters"

Keith Robert V. wurde wegen zehnfachem sexuellen Missbrauchs und wegen einer Vergewaltigung verurteilt. Zwei Frauen fielen ihm zum Opfer.

Zunächst soll Richter Thomas Low erklärt haben, er stimme mit dem Urteil der Geschworenen überein. Anschließend erklärte er allerdings, die Briefe, die zu dem verurteilten Vergewaltiger geschrieben worden seien, seien außerordentlich bewegend gewesen. Im Anschluss fiel die Bezeichnung "außergewöhnlich guter Mann", die vor allem die Opfer empört.

Auch die Menschenrechtsorganisation 'Restore Our Humanity' hat angekündigt, sich bei Gericht über den Richter zu beschweren. Ein Opfer sagte der Zeitung 'Utah's Deseret News': "Diese Worte sind eine Botschaft. Es wird immer Menschen geben, die dir nicht glauben, die sich auf die andere Seite schlagen. In diesem Fall auf die Seite des Täters."

120 Beschwerden in diesem Fall

In dem Fall war es bereits in der Vergangenheit zu Auffälligkeiten gekommen. Der Richter hatte den Mann bis zur Verhandlung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt, obwohl er bereits durch eine Jury für schuldig befunden worden war. Das berichtet der 'Salt Lake Tribune'.

Das Gericht hat gegenüber der Agentur 'AP' bekannt gegeben, dass bisher 120 Beschwerden zu dem Fall eingegangen sind.