Warum nur ein Wallach?

User kritisieren die Suche der Hamburger Polizei nach einem tierischen Kollegen

Reiterstaffel der Polizei Hamburg
© dpa, Marcus Brandt, bra fdt kno

12. Oktober 2020 - 9:20 Uhr

User fragen - der Senat antwortet

"Tierische Kollegen gesucht" – das schreibt die Polizei Hamburg bereits Mitte Juli auf ihrem Facebook- und Instragramkanal. Konkret suchen sie ein Pferd als Verstärkung für ihre Reiterstaffel. Die Suche trifft auf große Resonanz, doch wirft bei einigen Social Media-Usern auch Fragen auf: Warum sucht die Polizei nur einen Wallach? Der Hamburger Senat hat nun geantwortet.

Hohe Anforderungen an den neuen Kollegen

Die Suche der Hamburger Polizei nach einem vierbeinigen Kollegen stellt sich als gar nicht so einfach dar. Für das potentielle neue Mitglied der Hamburger Reiterstaffel gibt es klare Anforderungen. Das Pferd muss zwischen 6 und 10 Jahren alt sein, das Stockmaß muss mindestens 170 cm betragen, der Vierhufer muss ein ruhiges Gemüt haben und vieles mehr. Doch eine Anforderung erregt besondere Aufmerksamkeit der Internetcommunity: Der neue tierische Kollege muss ein Wallach, also ein kastriertes männliches Pferd sein. Warum kann es keine Stute oder ein Hengst sein?


Es geht um das Miteinander

Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Eckard Graage bringt die Frage der User als kleine Anfrage mit in die Bürgerschaft. Der Senat antwortet prompt, der Grund sei, dass "sich Wallache in einer Herde besser integrieren lassen als Stuten oder Hengste." Der Post habe fast 276 000 Menschen auf Facebook und mehr als 51 000 auf Instagram erreicht, teilt der Senat weiter mit. 19 Angebote seien bereits eingegangen, die Polizei habe bislang aber noch kein Pferd angekauft.

Die Reiterstaffel wird im Netz kritisiert

Einige Social Media User diskutierten emotional über den Aufruf der Hamburger Polizei und kritisieren generell die Reiterstaffel. Ein User schreibt: "Unnötig, die Tiere möglicher Gewalt und sicherem Stress auszusetzen. Die Polizisten haben sich bewusst für den Beruf entschieden, aber Tiere dafür zu «verwenden», empfinde ich als falsch." Der Senat versichert aber, dass die Pferde unter tierschutzrechtlichen Bestimmungen ausgebildet werden, tierärztliche Betreuung und tägliche Weide- und Herdezeiten haben, um zur Ruhe zu kommen.

Seit 2010 gibt es in Hamburg wieder eine Reiterstaffel. Zu ihr gehören insgesamt zehn Pferde und elf Reiter. In diesem Jahr hat die Staffel bereits 290 Einsätze absolviert.

Quelle: DPA / RTL.de