Prozess im Fall der ermordeten Maria K. aus Usedom

Er soll aus Mordlust getötet haben: Angeklagter Nicolas K. grüßt mit Mittelfinger

21. August 2019 - 9:59 Uhr

Maria K. aus Usedom: Mit mehreren Messerstichen getötet

Musste Maria K. aus Usedom ihr Leben lassen, weil zwei junge Männer einen Menschen sterben sehen wollten? Nicolas K. (19) und Niko G. (21) sollen die schwangere 18-Jährige aus reiner Mordlust mit mehreren Messerstichen getötet haben. Das wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor. Am Dienstag begann der Prozess gegen die beiden Angeklagten vor dem Landgericht in Stralsund. Im Video zeigen wir, wie Marias Mutter auf die Konfrontation mit den Angeklagten reagiert.

Angeklagter Nicolas K.: Ein Mittelfinger für den Gerichtssaal

Er soll Maria K. aus Mordlust getötet haben: Der Angeklagte Nicolas K. ist in den Mordprozess mit einem Mittelfinger gestartet.
Er soll Maria K. aus Mordlust getötet haben: Der Angeklagte Nicolas K. ist in den Mordprozess mit einem Mittelfinger gestartet.
© Crimespot

Mit ausgestrecktem Mittelfinger begrüßt der Angeklagte Nicolas K. die Prozessbeteiligten, Reporter und Zuschauer im Gericht. Bislang wurde lediglich die Anklageschrift verlesen sowie einige Anträge eines Verteidigers abgehandelt. Erst um 13:00 Uhr soll es weitergehen.​

Maria K. aus Zinnowitz
Die erstochene Maria K. aus Zinnowitz auf Usedom.
© RTL Interactive, RTLinteractive, Unbekannt

Das mutmaßliche Motiv im Fall Maria K. aus Usedom: Pure Mordlust

Ein Stich von hinten, in Hals und Nacken. Maria liegt auf dem Boden. Nicolas K. setzt sich auf sie, sticht unzählige weitere Male auf ihren Kopf und ihren Hals ein. Niko G. hält dabei die Beine von Maria fest. Dann ist Maria tot. Die beiden sehen alles mit an. Am nächsten Tag fand eine Familienbetreuerin das tote Mädchen in seiner Wohnung.

Soweit die Theorie der Staatsanwaltschaft, wie die Tat in der Nacht zum 19. März 2019 abgelaufen sein soll. Das mutmaßliche Motiv: Pure Mordlust, der Kick, einen Menschen sterben zu sehen. Die Tatwaffe ist bis heute verschwunden.

Mord an Maria K. auf Usedom: Nicolas K. soll psychisch krank sein

Der jüngere Nicolas K. hat die Tat laut seines Anwalts gestanden. Er soll allerdings zum Tatzeitpunkt nur vermindert schuldfähig gewesen sein – weil er Alkohol getrunken hatte und an einer psychischen Erkrankung leidet. Er wurde kurz nach der Tat in eine psychiatrische Klinik gebracht. Da er erst 19 Jahre alt ist, könnte er auch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Dann drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Niko G. droht als Erwachsenem lebenslang. Er befindet sich seit der Tat in Untersuchungshaft, hat bislang nicht gestanden. Die Aussagen von Niko G. und Nicolas K. stimmen laut Staatsanwaltschaft nicht überein. Wenige Tage nach der Tat waren beide Angeklagten gemeinsam mit Kevin, Marias Freund und mutmaßlichen Vater ihres ungeborenen Kindes, zur Trauerfeier erschienen. Doch von Trauer war damals offenbar keine Spur. Beide Angeklagten fielen durch lautes Lachen und respektloses Verhalten auf, berichtete die Ostsee-Zeitung damals.

Im Video: Marias Mutter Steffi K. im Interview

Oft habe sie Maria vor den beiden Männern gewarnt, erzählt Marias Mutter Steffi K. wenige Wochen nach der Tat im Interview mit RTL. Maria habe Angst vor Niko gehabt, obwohl er ein Bekannter ihres Freundes Kevin gewesen sein soll. Auch Steffi K. ist sicher: "Sie haben sie umgebracht. Einfach nur so. Sie wollten sehen, wie einer stirbt."

Was in der Nacht zum 19. März wirklich geschehen ist, muss nun der Prozess klären.

Anmerkung der Redaktion: In früheren Artikeln wurde der Freund der Verstorbenen wegen der laufenden Ermittlungen als "Alex" bezeichnet. Sein bürgerlicher Name lautet allerdings Kevin.