In selbstgebautem Unterschlupf

Vermisster Jordan (9) überlebt zwei Tage lang allein im Wald

Der neun Jahre alte Jordan Gorman wurde nach zwei Tagen allein im Wald lebend gefunden.
Der neun Jahre alte Jordan Gorman wurde nach zwei Tagen allein im Wald lebend gefunden.
© Tennessee Bureau of Investigation

18. November 2020 - 15:25 Uhr

Retter fanden Jordan lebend an einem Bach

Die Temperaturen im US-Bundesstaat Tennessee näherten sich dem Gefrierpunkt, als der neun Jahre alte Jordan Gorman vermisst gemeldet wurde. Zwei Tage lang suchten Polizei und Rettungskräfte mit einem Großaufgebot nach dem Kind. Alle befürchteten schon das Schlimmste, denn die Wahrscheinlichkeit, den Jungen nach 48 Stunden in der Kälte noch lebend zu finden, waren extrem gering. Doch dann passierte genau das: Die Retter entdeckten Jordan in einem selbstgebauten Unterschlupf am Rand eines kleinen Bachs.

Der Neunjährige saß ohne Schuhe und Jacke unter einer blauen Plane

"Frierend und hungrig, aber ansonsten gut gelaunt. Schön dich zu sehen, Jordan", twitterte die zuständige Polizeibehörde (Tennessee Bureau of Investigation). Der Junge hatte sich nur rund 1,2 Kilometer von seinem Zuhause in Joelton (nördlich von Nashville) entfernt mit einer blauen Plastikplane einen provisorischen Unterstand gebaut. "ich hätte das nicht überlebt", sagte der Sheriff in einer Pressekonferenz, wie amerikanische Medien berichten.

Wie lange er barfuß und im T-Shirt an dem Bachlauf gesessen hatte, konnte der Neunjährige gar nicht mehr sagen. Offenbar war ihm nicht klar, dass Menschen nach ihm suchten. Er wurde sicherheitshalber noch medizinisch untersucht, hatte sein kleines Abenteuer aber unbeschadet überstanden. Das sei wirklich "die Ausnahme von der Regel", sagte der Sheriff.

Jordan Gormans Unterschlupf
Jordan hatte sich mit einer blauen Plane einen provisorischen Unterschlupf gebaut, in dem er ohne Jacke und ohne Schuhe saß.
© Tennessee Bureau of Investigation

Jordan lebt bei einer Adoptivfamilie

Warum Jordan sich am 15. November auf eigene Faust ohne Jacke und Schuhe in den Wald begeben hatte, ist unklar. Die Ermittler arbeiten noch daran, den Ablauf von Jordans Verschwinden zu rekonstruieren.

Polizei und Jugendamt wollte sich nicht weiter zu der familiären Situation des Jungen äußern. Klar ist nur: Er lebt nicht bei seinen leiblichen Eltern, sondern bei einer Adoptivfamilie. Jordans leiblicher Vater war aber bei der Pressekonferenz anwesend, auf der verkündet wurde, dass das Kind gefunden und in Sicherheit gebracht wurde. Er und seine Frau brachen vor Erleichterung in Tränen aus.