Türkischer Militäreinsatz in Nordsyrien

USA verhängen Sanktionen gegen Türkei und fordern Waffenruhe

© dpa, Ismail Coskun, BO frd

15. Oktober 2019 - 7:48 Uhr

Trump bietet Vermittlung an

Nachdem die USA durch ihre Außenpolitik und ihren Truppenabzug die türkische Militäroffensive in Nordsyrien begünstigt haben, bemühen sie sich nun um Schadensbegrenzung. Die Vereinigten Staaten verhängten wegen der Militäroffensive in Nordsyrien Sanktionen gegen die Türkei und forderten eine sofortige Waffenruhe.

Trump-Telefonat mit Erdogan

May 16, 2017 - Washington, DC, United States - President Trump welcomed President Recep Tayyip Erdogan of Turkey, at the West Wing Portico (North Lawn) of the White House, On Monday, May 16, 2017. Washington United States PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxO
US-Präsident Donald Trump und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.
© imago/ZUMA Press, Cheriss May, imago stock&people

US-Präsident Donald Trump will seinen Vize, Mike Pence, schnellstmöglich zur Vermittlung zwischen den Kurden und den Türken nach Ankara schicken. Die Sanktionen würden ausgeweitet und verschärft, solange die Türkei nicht in den Waffenstillstand trete, die Gewalt einstelle und sich damit einverstanden erkläre, eine langfristige Lösung der Probleme entlang der Grenze zwischen der Türkei und Syrien auszuhandeln, erklärte Pence.

Trump telefonierte nach Angaben von Pence sowohl mit dem kurdischen General Maslum Abdi als auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Trump habe sein Angebot wiederholt, in dem Konflikt zwischen den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und dem türkischen Militär zu vermitteln. Erdogan habe Trump zugesichert, die Grenzstadt Kobane nicht anzugreifen, sagte Pence.

USA bricht Verhandlungen über Handelsabkommen ab

​Sanktionen wurden gegen Verteidigungsminister Hulusi Akar, Energieminister Fatih Donmez sowie Innenminister Süleyman Soylu verhängt. Zudem seien das Verteidigungsministerium und das Energieministerium der Türkei mit Sanktionen belegt worden, erklärte das US-Finanzministerium. Die US-Sanktionen haben unter anderem zur Folge, dass mögliches Vermögen der sanktionierten Personen in den USA eingefroren wird.

Neben den Sanktionen kündigte Trump in einer Erklärung die Anhebung von Strafzöllen auf Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent an. Zudem werde die US-Regierung "umgehend" Verhandlungen über ein Handelsabkommen abbrechen.

Die Türkei hatte Mittwoch vergangener Woche einen lange geplanten Militäreinsatz gegen die kurdische YPG-Miliz begonnen, die an der Grenze zur Türkei in Nordsyrien ein großes Gebiet kontrolliert. Die Türkei hält die YPG für einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit für eine Terrororganisation.