USA: Sprengsätze an Hillary Clinton und Barack Obama geschickt - Trump attackiert Medien

24. Oktober 2018 - 16:00 Uhr

Sprengsatz in der Post entdeckt

Der amerikanische Secret Service hat zwei verdächtige Pakete mit möglichen Sprengsätzen an den früheren US-Präsidenten Barack Obama und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton abgefangen. Das an Clintons Wohnsitz außerhalb von New York adressierte Paket sei bereits am Dienstagabend entdeckt worden. Am frühen Mittwochmorgen sei dann ein zweites verdächtiges Paket an Obama in Washington aufgetaucht. Mittlerweile ist klar: Insgesamt sieben verdächtige Päckchen hat das FBI identifiziert, verschickt an Prominente, die als Hassfiguren der politischen Rechten gelten. Zwar ist noch kein Täter ermittelt - für Donald Trump ist aber schon klar, wer die Schuld an den versuchten Anschlägen mitträgt.

Ähnliche Briefbombe an Soros

Beide Pakete seien bei Routine-Checks als mögliche Sprengsätze aufgefallen und sofort als solche behandelt worden. Sie seien vor der Auslieferung an Clinton und Obama erkannt worden. Die beiden hätten die Pakete nicht erhalten, sie seien nicht in Gefahr gewesen. Die Sendungen würden nun eingehend untersucht. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf die Polizei, das Paket an Clinton weise Ähnlichkeiten zu der Briefbombe auf, die am Montag am US-Wohnsitz des Milliardärs und Philanthropen George Soros gefunden worden war. Ein Angestellter hatte den Sprengsatz im Briefkasten von Soros' Anwesen in Bedford nördlich von New York entdeckt. 

Alarmsignal war in CNN-Livesendung zu hören

Sprengstoffexperten hätten den Gegenstand dann explodieren lassen. In den USA hat Soros seit Jahren die Demokraten unterstützt. Obama und Clinton sind beide Demokraten. Der Fund kommt wenige Wochen vor den anstehenden Kongresswahlen in den USADas Time Warner Center in New York musste geräumt werden Von hier überträgt auch CNN viele seiner Sendungen. Im Live-Programm war das Alarmsignal vor der Räumung des Hauses zu hören. Für Medienberichte, nach denen auch ein verdächtiges Paket an das Weiße Haus ging, gab es zunächst keine Bestätigung.

Trump sieht die Medien in der Mitschuld

A member of the New York Police Department bomb squad is pictured outside the Time Warner Center in the Manahattan borough of New York City after a suspicious package was found inside the CNN Headquarters in New York, U.S., October 24, 2018. REUTERS/
Spezialisten der New Yorker Polizei waren am Time Warner Center im Einsatz.
© KEVIN COOMBS, ca

Die US-Regierung verurteile die "versuchten gewaltsamen Attacken" auf Obama, Clinton und andere, erklärte Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Gleichzeitig ließ der US-Präsident es sich nicht nehmen, weiter auszuteilen: "Diejenigen, die sich in der politischen Arena befinden, müssen damit aufhören, politische Gegner als moralisch fehlerbehaftet zu behandeln", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt. Auch seine Lieblingsfeinde, die Medien, ließ er nicht außen vor. "Die Medien stehen auch in der Verantwortung, einen zivilisierten Ton zu setzen und die endlosen Anfeindungen sowie die ständigen negativen und oft falschen Angriffe und Geschichten zu stoppen." Trump selbst hat ihm unliebsame Medien, die kritisch über ihn berichten, wiederholt als "Feinde des Volkes" bezeichnet.