Super-Frettchen aus den USA

Warum dieses Tier nicht natürlich ist

22. Februar 2021 - 10:05 Uhr

Schwarzfußfrettchen ist genetische Kopie

Es heißt Elisabeth Ann, hat süße Knopfaugen und ist erst wenige Monate alt. Aber das Frettchen ist nicht auf natürlichem Wege entstanden, sondern die genetische Kopie eines vor über 30 Jahren ausgestorbenen Tieres. Durch das Klonen wollen Wissenschaftler das Schwarzfußfrettchen vor dem Aussterben retten. Ein Beitrag zur Arterhaltung, aber es gibt auch Bedenken.

Klon von Frettchen, das vor über 30 Jahren starb

Elisabeth Anns genetischer Ursprung liegt in einem Schwarzfußfrettchen namens Willa, wie die Associated Press (AP) berichtet. Das Tier starb 1988, seine Überreste wurden eingefroren. In einer Zeit, in der die DNA-Technologie noch in den Kinderschuhen steckte. Nach siebenjähriger Arbeit erblickte der Klon am 10. Dezember 2020 in der Zuchtanlage Fish and Wildlife Service in Fort Collins (US-Bundesstaat Colorado) das Licht der Welt.

Ein zahmes Hausfrettchen trug Elisabeth Ann aus; ein weiterer Klon überlebte nicht. Es soll weitere geben, wie Pete Gober vom US Fish and Wildlife Service erklärt. Künftige Klone von Willa sollen eine neue Linie von Schwarzfußfrettchen bilden und zu Studienzwecken in der Zuchtanlage leben.

Dunkle Augenpartie sieht aus wie Räubermaske

Geklontes Schwarzfußfrettchen Elisabeth Ann
Elisabeth Ann ist die genetische Kopie eines vor über 30 Jahren ausgestorbenen Schwarzfußfrettchen.
© APTN

Charakteristisch für Schwarzfußfrettchen ist ihre dunkle Augenpartie, die aussieht wie eine Räubermaske. Die Tiere ähneln einheimischen Frettchen sowie Wieseln und wilden Iltissen. Die Art war vor allem in Nordamerika verbreitet und galt in den 80er-Jahren in freier Wildbahn als ausgestorben. Nach einem Zuchtprogramm leben wieder einige tausend Tiere vor allem in westlichen US-Bundesstaaten. Aber alle diese Frettchen sind laut AP Nachkommen von nur sieben eng verwandten Tieren, und die mangelnde genetische Vielfalt macht sie anfällig für Krankheiten.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Fachleute sehen Klonen von Tieren zur Arterhaltung kritisch

Im Sommer 2020 wurde in Texas ein Przewalski-Pferd (auch Mongolisches Wildpferd) geklont, das in freier Wildbahn als ausgestorben gilt. Weitere Arten könnten folgen.

Eine Entwicklung, die unter Fachleuten kritisch diskutiert wird. Häufig angeführte Argumente sind, das Klonen sei unnatürlich und könne nur wenigen Arten zugutekommen. Diese würden dann möglicherweise nach Popularität ausgewählt. Tierschützer befürchten, dass geklonte Tiere eine geringere Lebensfähigkeit besitzen und so unnötig leiden müssten.