USA: Schon wieder tötet weißer Polizist Schwarzen grundlos

31. Juli 2015 - 15:15 Uhr

Ist dieser Rassismus noch latent?

Ein weißer US-Polizist wird des Mordes angeklagt, weil er bei einer Verkehrskontrolle einen Afroamerikaner erschossen hatte. Wie die Staatsanwaltschaft in Cincinnati im Bundesstaat Ohio erklärte, habe der Polizist völlig grundlos zur Waffe gegriffen und den Mann in den Kopf geschossen. Das Opfer habe keine Gewalt begangen, sagte Staatsanwalt Joseph Deters. Der Vorfall ist der letzte in einer Serie von Übergriffen weißer Polizisten auf Schwarze, die die USA seit Monaten erschüttern.

USA: Schon wieder tötet weißer Polizist Schwarzen grundlos
"Wenn Sie sehen, glauben Sie nicht, wie schnell der Polizist seine Waffe zog und ihn in Kopf schoss."
© REUTERS, Hamilton County Prosecutor's Off

"Wenn Sie sehen, glauben Sie nicht, wie schnell der Polizist seine Waffe zog und ihn in Kopf schoss", sagte Deters mit Blick auf Videos der Körperkamera des Polizisten, die US-Medien veröffentlichten. "Vielleicht eine Sekunde", fügte er hinzu.

Der Polizist habe den Mann am 19. Juli in Cincinnati angehalten, weil an seinem Auto vorne das Nummernschild fehlte. Die Polizei habe ihn darauf verfolgt und gestellt und nach seinem Führerschein gefragt. Eigentlich handele es sich dabei um "Kleinkram", sagte Staatsanwalt Deters weiter. "Sie müssen ihn nicht in den Kopf schießen, aber das ist das, was passiert ist."

Im vergangenen August war der unbewaffnete Afroamerikaner Michael Brown in Ferguson - einer Vorstadt von St. Louis - erschossen worden. Sein Tod war ein Fanal und löste schwere Unruhen aus. Auch Präsident Barack Obama schaltete sich ein und kritisierte latenten Rassismus in den USA.