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US-Geheimdienstbericht

USA: Saudischer Kronprinz soll Khashoggi-Tötung genehmigt haben

Fall Khashoggi
Fall Khashoggi
© dpa, Hasan Jamali, JG pil jai gfh kno jai htf jai j

26. Februar 2021 - 22:58 Uhr

Jamal Khashoggi wurde im Oktober 2018 gefangen genommen

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Operation zur Gefangennahme oder Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi im Oktober 2018 nach Einschätzung der US-Geheimdienste genehmigt. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Büro von US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines am Freitag in Washington veröffentlichte. Saudi-Arabien weist ihn als falsch zurück.

USA verhängen Einreisebeschränkungen für 76 Bürger Saudi-Arabiens

Unmittelbar danach kündigte US-Außenminister Antony Blinken an, Einreisebeschränkungen für 76 Bürger Saudi-Arabiens zu verhängen. Von ihnen werde angenommen, "dass sie an der Bedrohung von Dissidenten im Ausland" wie Khashoggi beteiligt gewesen seien, teilte Blinken mit. Das US-Außenministerium machte in der Mitteilung jedoch keine Angaben dazu, wen die Einreisebeschränkungen treffen. Auch das US-Finanzministerium verhängt Sanktionen. Betroffen sind ein ehemaliger Berater des saudi-arabischen Kronprinzen und eine Eliteeinheit des Königshauses.

Saudi-Arabien hat den US-Bericht inzwischen als "falsch" und "inakzeptabel" zurückgewiesen. Er enthalte "fehlerhafte Informationen und Schlussfolgerungen" zur saudischen Führung, teilte das Außenministerium in Riad am Freitag über Twitter mit. Das "schreckliche Verbrechen" stelle einen eklatanten Verstoß gegen saudisches Recht dar, hieß es. Diejenigen, die es begangen hätten, seien veruteilt worden. Es sei bedauerlich, dass der US-Bericht veröffentlicht worden sei. Das Königreich lehne Maßnahmen ab, die seine Souveränität und die Unabhängigkeit seiner Justiz verletzten.

Von Khashoggis Leiche fehlt bis heute jede Spur

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Von seinem Leichnam fehlt bis heute jede Spur. Khashoggi lebte im US-Bundesstaat Virginia und schrieb Kolumnen für die "Washington Post", die oft Kritik an der saudischen Monarchie enthielten.

Die Führung des islamisch-konservativen Königreichs war nach dem Verschwinden Khashoggis scharfer Kritik ausgesetzt. Sie räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein. Die Spuren führten bis in das engste Umfeld von Kronprinz Mohammed bin Salman, der aber bestritt, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

„Hochgradig unwahrscheinlich, dass Kronprinz die Operation nicht genehmigt habe

In dem US-Bericht heißt es, die US-Geheimdienste stützten ihre Einschätzung unter anderem darauf, dass der Kronprinz seit 2017 "die absolute Kontrolle über die Sicherheits- und Geheimdienstorganisationen des Königreichs" habe. Es sei daher "hochgradig unwahrscheinlich", dass eine solche Operation ohne seine Genehmigung ausgeführt würde. Für eine solche Genehmigung sprächen auch die Beteiligung eines wichtigen Beraters von Bin Salman an der Operation sowie die Unterstützung des Kronprinzen für gewaltsame Maßnahmen, um Dissidenten im Ausland zum Schweigen zu bringen.

Auch UN fand "glaubwürdige Hinweise" auf mögliche Verantwortung des Thronfolgers

Auch eine Menschenrechtsexpertin der UN war 2019 zu dem Schluss gekommen, dass es glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Thronfolgers und anderer ranghoher Vertreter Saudi-Arabiens gebe. Die "Washington Post" hatte wenige Wochen nach der Tat berichtet, der US-Geheimdienst sei mit hoher Sicherheit zu der Einschätzung gelangt, der Kronprinz habe die Tötung angeordnet.

Quelle: dpa/RTL.de

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