USA: Nutella-Klage kostet Ferrero drei Millionen Dollar

Nach der erfolgreichen Klage gegen Nutella soll jetzt die Werbung geändert werden.
© dpa, Marcus Brandt

30. April 2012 - 19:55 Uhr

Mutter klagte wegen irreführender Werbung

Eine Mutter hat mit einer Klage gegen Nutella wegen irreführender Werbung in den USA einen millionenschweren Erfolg erzielt. Die Frau hatte der Hersteller-Firma Ferrero vorgeworfen, die Schokocreme als "gesundes und nahrhaftes Frühstück" anzupreisen, obwohl es ähnlich viel Fett und Zucker enthalte wie ein Schokoriegel. Das Unternehmen einigte sich jetzt nach einem monatelangen Gerichtsverfahren mit der Gegenseite auf einen Vergleich, der Zahlungen an Nutella-Käufer in den USA von insgesamt gut drei Millionen Dollar (2,26 Millionen Euro) vorsieht.

Jeder, der in den vergangenen drei bis vier Jahren in den USA Nutella gekauft habe, könne eine Zahlung bis zu 20 Dollar einfordern, heißt in der Darstellung. Das entspreche dem typischen Preis von fünf Gläsern des Brotausstrichs. Ferrero hat laut Gerichtsdokumenten zwar keine Fehler eingeräumt, aber angekündigt, "gewisse Aussagen" über Nutella "zu modifizieren". Beispielsweise sollen die Ernährungshinweise auf den Gläsern prominenter zu platziert werden.

USA bekannt für skurrile Lebensmittelklagen

Die Kalifornierin Athena Hohenberg, Mutter eines vierjährigen Kindes, hatte die Sammelklage im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht. Hohenberg war überrascht und erschrocken, als sie erfuhr, dass Nutella kein 'gesundes, nahrhaftes' Essen ist", hieß es in der Klageschrift.

Ferrero vermarktet Nutella als Beitrag zu einem "schmackhaften und doch ausgewogenen Frühstück" - wenn es zusammen mit Orangensaft, Milch und Vollkornbrot verzehrt wird. Laut Zutatenliste besteht der Brotaufstrich hauptsächlich aus Zucker, Palmöl, Haselnüssen, Kakao und entrahmter Milch. Zwei Teelöffel enthalten 200 Kalorien und elf Gramm Fett.

In den USA gibt es häufig Klagen gegen Lebensmittelhersteller. Die Fast-Food-Kette Taco Bell sah sich im Vorjahr dem - letztlich haltlosen - Vorwurf ausgesetzt, dass die Fleischgerichte zu wenig Fleisch enthielten. Konkurrent McDonald's sollte einmal Millionen zahlen, weil heißer Kaffee einer Frau Verbrennungen zugefügt hatte.