Gericht ordnet Krebs-OP fürs Mädchen an

USA: Mutter behandelt krebskranke Tochter (13) nur mit Kräutern und Cannabidiol

© Christina Dixon, Facebook/kyleesfight

21. August 2019 - 18:30 Uhr

Teenagerin Kylee Dixon führte die Chemo nicht fort

Kylee Dixon (13) aus Oregon hat einen Tumor an der Leber. Nur eine Chemo und OP können sie retten. Doch ihre Mutter Christina Dixon (35) will das Mädchen lieber mit alternativen Methoden behandeln. Nach einer verpassten OP musste sich ein US-Gericht einschalten und die lebensnotwendige Krebs-OP für das schwerkranke Mädchen anordnen. Das fechtet die Mutter nun ebenfalls an.

Kylee sollte mit einem Mix aus Kräutern, Vitaminen und Cannabidiol geheilt werden

Im März 2018 wurde der Krebs bei Kylee entdeckt. Nach sechs Monaten Chemotherapie entschied ihre Mutter Christina Dixon dann aber, ihre Tochter nach Hause zu bringen und sie fortan nur noch mit Kräutern, Vitaminen und CBD-Öl zu behandeln.

Die Mutter glaubt, sie könne den embryonalen Tumor ihrer Tochter mit Naturheilmitteln heilen – obwohl es keinerlei wissenschaftliche Nachweise dafür gibt. Das berichtet der US-Nachrichtensender KGW 8 in Portland, Oregon.

Selbst das Mädchen sprach sich bereits gegen Chemo und OP aus. Sie wolle weiterhin die alternativen Methoden vorziehen, gab die 13-Jährige in einem YouTube-Video bekannt. Die Familie hat eine GoFundMe-Seite für Kylees alternative Behandlung gestartet, auf der bereits über 7.000 US-Dollar gespendet wurden.

Mutter und Tochter flohen vor der Krebs-OP

Der Ärger für die Familie ging dann im Juni 2019 los: Kylee hätte eine Krebs-OP gehabt, doch ihre Mutter und sie erschienen nie im Krankenhaus. Darauf gab es einen Gerichtsbeschluss, der forderte, dass Kyleee an die Behörden übergeben werden sollte. Dixon floh mit ihrer Tochter, wurde aber nach wenigen Tagen im Nachbarstaat Nevada gefunden. Kylee lebt seitdem in einer Pflegefamilie.

Im Juli entschied ein US-Gericht, dass Christina Dixon keine medizinischen Entscheidungen mehr für ihre minderjährige Tochter treffen darf.

Das Gericht ordnete nun am 19. August an, dass Kylee in Kürze einen Arzttermin wahrnehmen muss und dort auf die geplante OP vorbereitet wird, in der ihr Tumor entfernt werden soll. Der nächste Gerichtstermin ist im September, dort will Dixon wieder für ihr Recht kämpfen.

Überlebungsrate bei einem embryonalen Tumor

Kylee lag Anfang Juni 2019 im Koma
Kylee lag Anfang Juni 2019 nach ihrer Chemotherapie im Koma, schrieb ihre Mutter Christina im Juni auf Facebook.
© Christina Dixon, facebook.com/kyleesfight

Ein embryonaler Tumor ist eine seltene Form von Krebs, die größtenteils bei Kindern entdeckt wird. Wenn der Krebs ordnungsgemäß behandelt wird, liegt die Fünfjahres-Überlebensrate bei Patienten nach Angaben des Deutschen Kinderkrebsregisters der Charitè Berlin immerhin bei etwa 60 Prozent.

Video: Kampf gegen den Krebs - Forscher entschlüsseln "Kill-Code" in unseren Zellen

US-amerikanische Wissenschaftler haben 2018 eine eine Art Selbstzerstörungsmodus in unseren Zellen entschlüsselt. Das könnte eine Behandlung von Krebs ohne den Einsatz harter Chemikalien ermöglichen.