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USA: Mann stirbt nach dem Verzehr von Eichhörnchenhirn – an BSE?

Eichhörnchen isst eine Nuss
Eichhörnchen gelten in manchen Teilen der USA als Delikatesse. © iStockphoto, suefeldberg

Mann aß Gehirne von Eichhörnchen

Ein 61-jähriger Mann starb an einer sehr seltenen Gehirnstörung, die an die Fälle von auf den Menschen übertragener BSE (auch bekannt als Rinderwahnsinn) erinnert. Der Patient hatte jedoch kein verseuchtes Rindfleisch gegessen, sondern Eichhörnchenhirn.

Handelt es sich um Rinderwahnsinn?

Ein Forscherteam um Dr. Tara Chen vom "Rochester Regional Health System" stellte den Fall des Mannes nun bei einer Fachtagung für Infektionskrankheiten vor. Wie das Magazin "Lifescience" berichtet, war er schon 2015 in eine Klinik in Rochester, New York eingeliefert worden. Er konnte plötzlich nicht mehr laufen, war verwirrt, hatte den Bezug zur Realität völlig verloren. Was war mit ihm los?

Die Untersuchungen zeigten, dass er vermutlich an der neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (nvCJD) litt. Diese ist seit April 1996 als menschliche Erkrankungsform von BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) bzw. Rinderwahnsinn bekannt. Bei der unter anderem von verseuchtem Rindfleisch übertragenen Krankheit gelangen virusähnliche Proteine, sogenannte Prionen, ins Gehirn, durchlöchern dort das Gewebe und lassen es wie einen Schwamm aussehen. Bisher verlief die nvCJD in allen Fällen tödlich. So auch bei dem 61-Jährigen.

Eichhörnchen - eine fragwürdige Delikatesse

Die Familie des Mannes hatte berichtet, dass er Eichhörnchen gejagt und gegessen habe. Die Forscher vermuten, dass er dabei auch infizierte Teile des Gehirns mitgegessen haben könnte - ob beabsichtigt oder nicht ist unklar. In einigen Teilen Amerikas gelten die Eichhörnchen als Delikatesse und werden auch als "Chicken of the trees" (deutsch: "Hühnchen der Bäume") bezeichnet.

Wie häufig ist die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung und wie wird sie behandelt?

Es gibt vier verschiedene bekannte Formen der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung. Neben der durch den Verzehr von infiziertem Fleisch ausgelösten Variante kann die Krankheit auch ohne erkennbare Ursache auftreten (sporadische CJD), genetisch bedingt sein (familiäre CJD), oder bei der ärztlichen Behandlung durch verunreinigte Geräte übertragen werden (iatrogene CJD).

Letztere kommt dank der heutigen Hygienevorschriften allerdings so gut wie nicht mehr vor. Auch die über Rindfleisch übertragene Form ist aufgrund strenger neuer Sicherheitsstandards äußerst selten geworden.

Die sporadische CJD ist die verbreitetste Form und kommt pro Jahr mit einer Häufigkeit von eins zu einer Million vor. Eine Behandlung der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung gibt es bis heute nicht. Lediglich einige der Symptome, wie Schlaflosigkeit und Unruhe, können behandelt werden.

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