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USA: Hurrikan "Michael" wütet in Florida - so erlebt unser Reporter den Rekordsturm

Hurrikan "Michael" wütet in Florida
Hurrikan "Michael" wütet in Florida RTL-Korrespondent Oliver Beckmeier hautnah dabei 02:20

RTL-Korrespondent Oliver Beckmeier erlebt Hurrikan "Michael" hautnah

Meterhohe Flutwellen, mächtige Windböen, strömender Regen: Hurrikan "Michael" hat Florida mit Wucht getroffen und im Nordwesten des US-Bundesstaates für extremes Wetterchaos und Zerstörung gesorgt. Das Nationale Hurrikanzentrum sprach von einem Rekordsturm in der Region, wobei das genaue Ausmaß der Folgen am Donnerstag noch unklar war. RTL-Korrespondent Oliver Beckmeier ist mit seinem Team vor Ort und hat den Hurrikan hautnah erlebt. Die dramatischen Bilder sehen Sie im Video. 

Abgeordneter Neal Dunn: "Als wäre in jedem einzelnen Block eine Bombe hochgegangen."

Tags zuvor hatte "Michael" mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern die Küste getroffen. Mindestens ein Mensch kam laut US-Medienberichten ums Leben. Der Sender CNN berichtete, nahe Greensboro sei ein Mann getötet worden, als ein Baum auf ein Haus fiel. In hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus. Floridas Gouverneur Rick Scott ließ Such- und Rettungsmannschaften in die besonders heftig betroffenen Gebiete ausrücken. Der Abgeordnete Neal Dunn aus Panama City sagte CNN: "Es sieht so aus, als wäre in jedem einzelnen Block eine Bombe hochgegangen."

Als "Michael" am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nordwestlich des kleinen Ortes Mexico Beach die Küste traf, fehlten dem Sturm nur zwei Stundenkilometer Windgeschwindigkeit, um in die höchste Kategorie fünf eingestuft zu werden. Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. Auch auf Bildern aus Panama City Beach waren zerfetzte Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen. Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als Panhandle (Landzipfel oder wörtlich Pfannenstiel) wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet. "Michael" hatte in den vergangenen Tagen rasant an Stärke gewonnen.

Anwohnerin: "Es wirkt, als lebte ich in einem Kriegsgebiet"

USA, Panama City: Haley Nelson inspiziert die von Hurrikan «Michael» verursachte Schäden auf dem Grundstück ihrer Familie.
Hurrikan "Michael" sorgt in Florida für Chaos und Verwüstung. © dpa, Pedro Portal, hjb

Die Behörden riefen hunderttausende Menschen eindringlich dazu auf, das betroffene Gebiet zu verlassen. Doch viele kamen dem nicht nach. Floridas Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber. Missy Theiss lebt acht Kilometer von der Küste von Panama City Beach entfernt. Die 54-Jährige entschied sich, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Hunden in ihrem Haus zu bleiben. "Ich schaue aus dem Fenster und es wirkt, als lebte ich in einem Kriegsgebiet", schrieb Theiss in einer Textnachricht an die Deutsche Presse-Agentur.

Erst Mitte September sorgte Hurrikan "Florence" für schwere Überschwemmungen

Bei seinem Zug nach Nordosten schwächte sich der Hurrikan zu einem tropischen Wirbelsturm ab, blieb aber dennoch gefährlich. Am späten Mittwochabend (Ortszeit) zog er durch den Süden des Bundesstaates Georgia. Das Hurrikanzentrum warnte vor Überflutungen durch heftigen Regen in Teilen Georgias, im Südosten Virginias sowie in South und North Carolina. In einigen Gebieten dort galten Tornadowarnungen. 

"Michael" ist nicht der erste Hurrikan, der in diesem Jahr Zerstörung an die US-Südostküste gebracht hat. Mitte September hatte "Florence" vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht - dort war das Wasser vor dem nächsten Hurrikan noch immer nicht vollständig abgeflossen. Anders als "Michael" war "Florence" lediglich als Sturm der Kategorie eins an Land getroffen - mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde. Dennoch kamen infolge des Sturms Dutzende Menschen ums Leben.

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