USA haben direkten Kontakt zu Nordkorea – keine Funkstille zwischen Washington und Pjöngjang

30. September 2017 - 21:16 Uhr

"Wir sprechen mit ihnen"

Während in den letzten Wochen alle Zeichen auf Eskalation standen, klingt das, was US-Außenminister Rex Tillerson in Richtung Nordkorea sagte, schon wieder etwas versöhnlicher. Bei einem Besuch in Peking erklärte er erstmals, dass die USA in direktem Kontakt zu Pjöngjang stehen. "Wir können mit ihnen sprechen. Wir sprechen mit ihnen", sagte der Außenminister laut der Zeitung 'New York Times'.

Rex Tillerson sagte nicht, ob Nordkorea geantwortet hat

US-Außenminsiter Rex Tillerson und der chinesische Präsident Xi Jinping
US-Außenminsiter Rex Tillerson traf sich mit den chinesischen Präsidenten Xi Jinping, um das weiter Vorgehen in der Nordkoreakrise zu besprechen.
© REUTERS, POOL, lz

Zwischen den beiden Konfliktparteien herrscht also keine Funkstille. Und die USA bemühen sich trotz allem öffentlichen Kriegsgetrommel um eine friedliche Lösung im Atomstreit. "Wir haben zwei, drei Kanäle nach Pjöngjang offen", sagte Tillerson laut Medienberichten. "Wir sondieren", fügte der Außenminister hinzu. Zuletzt hatten Donald Trump und Kim Jong Un verbal eher aufgerüstet. Der US-Präsident drohte dem Regime mit "Vernichtung" und Nordkorea sprach von einer "Kriegserklärung".

Ob Pjöngjang den Amerikanern in irgendeiner Form geantwortet hat – jenseits des öffentlichen Austausches von Drohungen – sagte der Tillerson nicht. Der Politiker hält sich zurzeit in Peking auf, um mit der chinesischen Führung das weitere Vorgehen im Nordkoreakonflikt zu besprechen.

Auch China hat kein Interesse an einem Atomkrieg

Die USA wollen China dazu drängen, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben. Das abgeschottete Land pflegt enge Beziehungen zum Nachbarland und wickelt rund 90 Prozent seines Handels über China ab. Peking setzt die mitbeschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea zwar mit um, fürchtet aber auch, dass der Einfluss der USA in der Region zu groß werden könnte.

Allerdings wäre ein Atomkrieg in der direkten Nachbarschaft nicht im Interesse der Staatsführung in Peking, darum will man dort ebenfalls eine friedliche Lösung herbeiführen. Yang Jiechi, der oberste für Außenpolitik zuständige chinesische Politiker, rief dazu auf, sich auf die Kooperation zu konzentrieren und mit Differenzen angemessen umzugehen.