USA-GP: Lewis Hamilton rast zur Pole Position - Nico Rosberg Zweiter

25. Oktober 2016 - 14:57 Uhr

Lewis Hamilton hat sich bei der texanischen Zeitenjagd in Austin den Sheriff-Stern angesteckt und die Pole Position für den Großen Preis der USA gesichert. Der Weltmeister knallte im letzten Versuch eine Traumrunde auf den Circuit of the Americas und verwies Mercedes-Rivale Nico Rosberg auf Platz 2. In 1:34,999 Minuten war Hamilton mehr als zwei Zehntel schneller als der Formel-1-Spitzenreiter, der mit 33 Punkten Vorsprung in das viertletzte Saisonrennen am Sonntag geht.

Hinter den Silberpfeilen startet das Red-Bull-Duo Daniel Ricciardo (+0,510 Sekunden) und Max Verstappen (+0,748) aus Reihe 2. Ricciardo hat dabei den vermeintlichen Vorteil, im Gegensatz zu den Mercedes-Piloten und Garagen-Nachbar Verstappen mit den Supersoft-Pneus ins Rennen zu gehen. Sebastian Vettel war im Ferrari wie schon das gesamte Wochenende über chancenlos und musste sich als Sechster (+1,359) Scuderia-Kollege Kimi Räikkönen (5./+1,132) geschlagen geben. "Ich denke, es wird schwer. Wir sind leider etwas hinten dran an diesem Wochenende. Vielleicht geht im Rennen mehr. Wir scheinen nicht in Gang zu kommen, und sind momentan im Hintertreffen", sagte Vettel nach der Qualifikation sichtlich zerknirscht.

Nico Hülkenberg, in Austin schon die ganze Zeit wie auf Schienen unterwegs, bestätigte seine tolle Form aus den Trainings und stellte seinen Force India auf einen starken 7. Platz (+1,629). Pascal Wehrlein landete im Manor auf einem achtbaren 20. Platz und entschied immerhin das teaminterne Duell gegen Stallkollege Esteban Ocon (22.) für sich.

Für das Haas-Team blieb im Qualifying beim ersten Heimspiel eines US-Rennstalls seit 30 Jahren eine positive Überraschung aus: Esteban Gutierrez und Romain Grosjean belegten nur die Plätze 14 und 17.

Rosberg: "Kann auch von Platz 2 gewinnen"

epa05596882 German Formula One driver Sebastian Vettel of Scuderia Ferrari walks after the first practice session at the Circuit of the Americas, in Austin, Texas, USA, 21 October 2016. The United States Formula One Grand Prix takes place on 23 Octob
Sebastian Vettels Laune nach dem Qualifying in Austin war alles andere als erbaulich.
© dpa, Srdjan Suki, ss cs

An der Spitze lieferten sich Rosberg und Hamilton erneut ein heißes Duell. In Q1 hatte der Brite die Nase vorn, im zweiten Durchgang wieder Rosberg. In Runde 3 legte erst Hamilton die Bestzeit hin, Rosberg konterte in seinem letzten Versuch jedoch und durfte sich für wenige Sekunden als Polesetter des USA-GP fühlen. Dann aber bog Hamilton ums Eck und schnappte seinem Erzrivalen mit einer undwiderstehliche Runde den Platz an der Sonne wieder weg.

"Das war eben eine echte Hamilton-Runde", urteilte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am RTL-Mikrofon. Und auch der Pole-Mann selbst war von seiner ersten Austin-Pole beglückt. "Ich fühle mich unglaublich. Es lief alles gut. Wir haben in den letzten Wochen gut gearbeitet. Ich werde im Rennen mein Bestes geben. Ich habe am Wochenende viel Starts geübt, und jetzt ein gutes Gefühl", gab Hamilton zu Protokoll. Der Titelvertediger muss in Texas dringend gewinnen, will er Rosberg im Titelkampf noch irgendwie unter Druck setzen.

Der Deutsche wollte sich die Quali-Pleite nicht zu sehr zu Herzen nehmen. "Ich hatte keine besonderen Probleme, aber der erste Sektor liegt mir einfach nicht. Aber die Pole ist nicht unbedingt das Wichtigste, ich kann auch von Platz 2 aus gewinnen", sagte der WM-Leader.

Im Rennen dürfen die Silberpfeil-Piloten allerdings keineswegs nur mit sich selbst beschäftigen. Denn Red Bull machte am Freitag im Rennmodus einen bärenstarken Eindruck. Es ist also durchaus möglich, dass ein 'Bulle' den silbernen Streithähnen im Titelkampf in die Parade fährt. Im Qualifying zeigte sich das einstige Weltmeister-Team jedenfalls schon einmal angriffslustig.

Während Verstappen in Q2 - wie die Mercedes - die Soft-Mischung als Reifen für den Rennstart wählte, setzte man bei Ricciardo auf die schnellere Supersoft-Variante. Somit hat der Australier im Rennen - zumindest in den ersten Runden - die schnellsten Reifen auf den Felgen. Der Nachteil der superweichen Pneus: Sie bauen deutlich schneller ab. Die Strategen an den Kommando-Ständen werden morgen also gefragt sein.