USA genehmigen Shell umstrittenes Bohrprojekt in der Arktis

19. August 2015 - 10:51 Uhr

Rigorose Sicherheitsvorkehrungen

Das Arktis-Projekt des Energieriesen Royal Dutch Shell hat trotz heftigen Widerstands von Umweltschützern die Zulassung erhalten. Nach intensiven Prüfungen habe man Shell erlaubt, unter Einhaltung rigoroser Sicherheitsvorkehrungen vor der Küste Alaskas nach Öl zu bohren, teilte die zuständige Behörde Bureau of Safety and Environmental Enforcement BSEE mit. Der britisch-niederländische Konzern hatte sich über Jahre um die Zulassung bemüht und bereits im Mai wichtige Genehmigungen erhalten.

USA genehmigen Shell Bohrprojekt in der Arktis.
Nach heftigen Protesten hat die USA Shell nun doch das umstrittene Bohrprojekt in der Arktis genehmigt.
© dpa, Udo Weitz

Shell will in der Tschuktschensee - 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwest-Küste Alaskas - in relativ flachem Wasser bohren. Umweltaktivisten protestieren, sie befürchten unumkehrbare Schäden in dem empfindlichen Ökosystem der Arktis. 2010 hatte eine Explosion auf der vom Shell-Konkurrenten BP betriebenen Bohrinsel 'Deepwater Horizon' die bislang schlimmste Ölkatastrophe verursacht. Elf Menschen kamen ums Leben, Hunderte Millionen Liter Öl flossen in den Golf von Mexiko und richteten massive Schäden an.

Heftige Proteste von Umweltschützern

Umweltschützer kritisierten die Genehmigung für Shell heftig. Die Greenpeace-Chefin der USA, Annie Leonard, sagte: "Diese Entscheidung bedeutet, dass (US-)Präsident (Barack) Obama das Schicksal der Arktis in diesem Sommer in die Hände von Shell legt." Und sie kündigte Widerstand an: "Die Regierung sollte es besser wissen. Sie sieht doch, wie groß die Bewegung zum Schutz der Arktis geworden ist. Mit diesem katastrophalen Plan wird sie nur noch größer werden."

Greenpeace kämpft seit Jahren dafür, dass die Arktis frei von Bohrschiffen und -inseln bleibt. Mit der endgültigen Genehmigung habe Shell nun die Erlaubnis, nicht nur oberflächliche Bohrungen vorzunehmen, sondern auch in tiefere, potenziell ölführende Schichten vorzudringen, betonte Lisa Maria Otte von Greenpeace in Hamburg. "Greenpeace fordert Shell auf, jegliche Ölbohrungen in der Arktis sofort zu beenden."

Der Sierra-Club, Amerikas älteste Naturschutzorganisation, kritisierte, die Entscheidung richte sich gegen die Erkenntnisse der Wissenschaft, gegen den Willen Hunderttausender Amerikaner und gegen den gesunden Menschenverstand. Der Vorsitzende der Organisation, Michael Brune, sagte: "Präsident Obama gefährdet damit sein klimapolitisches Vermächtnis."