Ihre eigene Tochter starb direkt nach der Geburt

Frau spendet 33 Liter Muttermilch an Babys in Not

© Kennedy News / Elegancy by Emily

7. Oktober 2019 - 9:24 Uhr

Ihr eigenes Baby wurde nur eine Stunde alt

Alexis Marrino aus Rapid City im US-Bundesstaat South Dakota hat ihre eigene Tochter kurz nach der Geburt verloren. Das kleine Mädchen hatte Anenzephalie, eine schwere Fehlbildung, bei der Teile des Gehirns fehlen. Es wurde nur eine Stunde alt. Doch mit ihrer Muttermilch wollte Alexis anderen Babys in Not helfen. Wochenlang pumpte sie ab - und spendete schließlich ganze 33 Liter Milch. Was für eine selbstlose Geste!

Baby McKinleigh hatte Anenzephalie

Schon in der Schwangerschaft wusste die 22-jährige Alexis: Sie wollte ihr Kind unbedingt stillen. Doch in der 20. Schwangerschaftswoche erfuhr sie bei einer Routineuntersuchung, dass das Kind in ihrem Bauch an einem seltenen Gendefekt leidet und nach der Geburt nicht lebensfähig sein wird. Trotzdem entschied Alexis sich, ihre Tochter auszutragen, weil sie "sie unbedingt einmal sehen und halten wollte", wie sie der "Daily Mail" erzählte.

Am 29. Juli 2019 kam Tochter McKinleigh zur Welt. Sie lebte für eine Stunde und zehn Minuten, in der Alexis und ihr Mann Michael sie in den Armen halten konnten. "Es war so eine kostbare Zeit. (...) Danach behielten wir sie für ein paar Stunden bei uns, bis ich bereit war, sie gehen zu lassen", sagte Alexis.

Sieben Wochen lang pumpte sie Muttermilch ab

Alexis Marrino mit ihrer Muttermilch
Alexis Marrino pumpte sieben Wochen lang Muttermilch ab - ganze 33 Liter kamen zusammen.
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Am Tag nach McKinleighs Tod begann Alexis, ihre Muttermilch für andere Babys abzupumpen. Ein Schritt, der für die junge Mutter emotional war, sie aber auch "sehr glücklich" machte: "Ich hatte ja sowieso geplant, sie zu benutzen - also konnte ich sie auch spenden. Nachdem ich mein Baby verloren hatte war das erst sehr emotional, stressig und frustrierend. Aber nach ein paar Wochen fühlte es sich völlig normal an", so Alexis.

Bis sie sieben Wochen nach der Geburt wieder zur Arbeit ging, pumpte Alexis also ihre Milch ab und sammelte sie. Ganze 33 Liter kamen zusammen, die die junge Frau jetzt spendet. So kann Frühchen oder anderen Babys in Not mit ihrer Milch geholfen werden.

Was ist Anenzephalie?

Eine Anenzephalie ist eine schwere Missbildung, die am Neugeborenen auftritt und bei der ihm ein Teil des Kopfes oder des Gesichts fehlt. Sie ist ein sogenannter Neuralrohrdefekt, der von einer fehlgeleiteten Entwicklung des Embryos stammt.

In der Regel wird eine Anenzephalie schon während der Schwangerschaft festgestellt, die meisten Eltern entscheiden sich dann für einen Schwangerschaftsabbruch. Anenzephalie tritt bei etwa einer von 1.000 Schwangerschaften auf.