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USA erheben Strafzölle für Stahl und Aluminium aus Europa - EU kündigt Vergeltungszölle an

USA erheben Strafzölle für Stahl und Aluminium aus Europa - EU kündigt Vergeltungszölle an

Die USA erheben Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa.
Die USA erheben Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa.
jst sab wok tmk gfh fgj, dpa, Julian Stratenschulte

Handelsstreit zwischen Europa und den USA eskaliert

Nun also doch: Unternehmen aus der Europäischen Union müssen künftig Strafzölle auf Exporte von Stahl und Aluminium in die USA zahlen. Damit sind die monatelangen Verhandlungen gescheitert, die USA sind gewillt, den Handelsstreit zu einem Handelskrieg zu machen. Europa nimmt den Fehdehandschuh an, EU-Präsident Jean-Claude Juncker kündigte umgehend Vergeltungszölle auf US-Produkte an. Außerdem werde Klage bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. "Die USA lassen uns keine andere Wahl", kommentierte er. "Das ist ein schlechter Tag für den Welthandel."

Deutliche Antwort der EU erwartet - US-Produkte werden teurer

Die Europäer hatten seit Monaten mit Washington über die angekündigten Zölle von 25 Prozent auf Einfuhren von Stahlprodukten und zehn Prozent auf Aluminium gestritten. Die EU wollte sich nicht erpressen lassen und verlangte, von den Zöllen bedingungslos und unbefristet ausgenommen zu werden. Erst dann sollte über mögliche Handelserleichterungen für die US-Wirtschaft gesprochen werden.

Bis zuletzt war um einen Kompromiss gerungen worden. Doch auch ein Krisengespräch zwischen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross am Rande einer Konferenz der Industrieländerorganisation OECD in Paris brachte keinen Durchbruch.

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"Jetzt gilt es, den Schaden in Grenzen zu halten - und europäische Geschlossenheit zu zeigen"

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte: "Wir haben alles versucht, um dieses Ergebnis zu verhindern. Das ist nicht die Art und Weise, wie man Geschäfte macht - vor allem nicht mit langjährigen Partnern, Freunden und Alliierten." Die EU-Vergeltungszölle sollen nach einer bereits bei der WTO eingereichten Liste auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte erhoben werden. Auch amerikanische Stahlerzeugnisse, Schiffe und Boote wären betroffen. Der geplante Zusatzzollsatz auf all diese Produkte würde 25 Prozent betragen.

Der deutsche Arbeitgeberverband BDA sieht in der Zoll-Entscheidung der USA eine "Zäsur" im transatlantischen Handel. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer erklärte: "Galten die USA über Jahrzehnte als Champion der offenen Märkte und des freien Wettbewerbs, setzt die Trump-Regierung eine gefährliche Spirale des Protektionismus in Gang." Die EU müsse nun die Chance ergreifen, sich als starker und selbstbewusster Wirtschaftsraum neu aufzustellen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag forderte nach der Zoll-Entscheidung der USA eine geschlossene Reaktion der Europäer. "Jetzt gilt es, den Schaden in Grenzen zu halten - und europäische Geschlossenheit zu zeigen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer.