Die Wahlniederlage akzeptiert der US-Präsident trotzdem nicht

USA: Trump beginnt mit Amtsübergabe an Biden

25. November 2020 - 9:40 Uhr

Donald Trump lenkt widerwillig ein

Zum Kern von Donald Trumps wochenlangem Kampf um den Machterhalt gehörte, die geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte an Wahlsieger Joe Biden zu blockieren. Dafür erntete er sogar aus den Reihen der Republikanern Kritik. Nun lenkt er widerwillig ein. Von einer Niederlage bei der Wahl will er aber weiter nichts wissen.

Im Video: Noch First Lady Melania Trump kümmert sich um "Last Christmas" im Weißen Haus, in einem geleakten Telefonat zeigt sie aber nun, wie schrecklich sie die Weihnachtsvorbereitung findet. Sie findet dafür drastische Worte….

Behörden sollen mit Joe Biden kooperieren

Nach einer wochenlangen Hängepartie kann in den USA der Übergang zwischen der Regierung von Amtsinhaber Donald Trump und dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden beginnen.

Trump erklärte am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter, er habe die Behörden und seine Mitarbeiter angewiesen, mit Biden zu kooperieren. Kurz zuvor hatte die zuständige Behörde GSA Biden als offenkundigen Wahlsieger eingestuft und zugleich erklärt, diese Entscheidung unabhängig getroffen zu haben. Sie machte den Weg dafür frei, dass das Team des Demokraten schon vor der Amtseinführung im Januar Zugang zu Ministerien, Behörden und vertraulichen Informationen der Regierung sowie Millionen Dollar für Gehälter und andere Ausgaben bekommt.

Gerichte haben mehr als 30 Klagen von Trump abgewiesen

Trump weigert sich weiterhin, seine Niederlage bei der Wahl am 3. November einzuräumen. Er behauptet, der Sieg sei ihm durch massiven Wahlbetrug gestohlen worden. Mehr als 30 Klagen seiner Anwälte wurden von Gerichten bereits abgewiesen. Trump machte am Montag deutlich, dass er weiterkämpfen wolle, und gab sich abermals siegessicher. Er habe der GSA und seinem Team dennoch "im besten Interesse des Landes" empfohlen, dass sie "tun, was getan werden muss".

Joe Biden stellt sein Team auf

Biden hatte vor dem offiziellen Startschuss für den Übergangsprozess bekanntgegeben, mit wem er Schlüsselpositionen in seiner künftigen Regierung besetzen will:

  • Als Außenminister nominierte er seinen langjährigen Berater Antony Blinken.
  • Das Heimatschutzministerium soll der Exil-Kubaner Alejandro Mayorkas führen.
  • Der frühere Außenminister John Kerry soll Sonderbeauftragter für das Klima im Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses werden.
  • Übereinstimmenden Medienberichten will Biden zudem Ex-Notenbankchefin Janet Yellen an die Spitze des Finanzministeriums setzen - als erste Frau überhaupt.

Bidens Team verknüpfte die Personalien mit einem Bekenntnis zur multilateralen Zusammenarbeit in Krisenzeiten. "Historische Herausforderungen erfordern historische, neue Ansätze", erklärte Kerry in einem Video. Die neue US-Regierung werde die Welt zusammenbringen, um den Herausforderungen zu begegnen, die keine Nation alleine bewältigen könne.

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