Er hortete über 2.200 konservierte Föten

Witwe von Abtreibungsarzt: "Er war ein guter Mann"

3. Dezember 2019 - 11:51 Uhr

Föten-Gruselfund in der Garage

Was Verwandte nach dem Tod des Abtreibungsarztes Dr. Ulrich Klopfer fanden, erinnert an einen Horrorfilm. Der Deutsche, der im US-Bundesstaat Indiana gelebt und praktiziert hatte, sammelte Föten in seiner Garage. Dort fanden Ermittler später 2.246 konservierte Babys. RTL-Reporterin Tara Bohan sprach mit den Nachbarn des Horror-Mediziners und wechselte sogar ein paar Worte mit seiner Witwe - mehr dazu im Video.

"Er bediente sich an meinem Sperrmüll"

Kleine Häuschen, grüne Vorgärten - ein amerikanischer Vorstadt-Traum in Indiana. Hier hat Horror-Arzt Dr. Ulrich Klopfer gelebt, zusammen mit seiner Ehefrau Sherry. Als unsere Reporterin versucht, etwas über den mysteriösen Mediziner zu erfahren, stößt sie schnell an Grenzen. Die Nachbarn reden nicht gern über unangenehme Themen, die die Ruhe in ihrer Gegend stören. Die meisten haben von dem Vorfall gehört, darüber getuschelt wird offenbar aber nur hinter verschlossenen Türen und Vorhängen.

Schließlich treffen wir aber doch einen Anwohner, der dazu bereit ist, über den "sonderbaren Dr. Klopfer" zu sprechen. "Er hat sich immer darüber informiert, was die Nachbarn so treiben", plauderte er aus. Bis zuletzt hätte er nicht einmal gewusst, dass der Mann ein Doktor sei. Das hätte er sich nur schwer vorstellen können. "Ich habe einmal Sperrmüll vor mein Haus gestellt. Er hat sich dann daran bedient", sagte der Nachbar mit einem Schmunzeln im Gesicht. "Er wirkte eigentlich wie ein netter Typ. Seine Frau habe ich aber nie das Haus verlassen sehen."

Reporterin sprach mit der Witwe: "Sie war sehr emotional"

Trotz des Medienrummels, den sie in den letzten Wochen hat über sich ergehen lassen müssen, öffnet Dr. Klopfers Witwe, Sherry, uns dann aber die Tür. Gefilmt werden möchte sie nicht. Trotzdem wechselt sie ein paar Worte mit unserer Reporterin. "Sie war sehr emotional. Sie hat geweint, als sie mit mir geredet hat", beschreibt Tara Bohan den Eindruck, den sie von Sherry gewonnen hat. "Sie sagte, dass sie überrannt wurde von dem Ganzen. Sie trauert, aber sei auch verärgert, dass der Ruf ihres Mannes beschmutzt worden sei. Ihr Ehemann sei ein guter Mann gewesen."

Die Witwe hält auch nach dem Tod ihres Mannes noch zu ihm. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache: 30 Jahre praktizierte der Abtreibungsarzt in den USA, in der Zeit trieb er über 2.200 Babys ab. In mehreren seiner Autos und in seiner Garage wurden 2246 konservierte Föten gefunden. Die Mütter der Kinder wussten nichts vom Verbleib ihrer abgetriebenen Kinder.