US-Wahl 2020

Trump hat kaum noch Chance die Wahl zu gewinnen

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07. November 2020 - 9:35 Uhr

Zahlen sprechen für Biden: Demokrat wird wohl der nächste Präsident

Die Entscheidung, wer in den kommenden vier Jahren US-Präsident sein wird, rückt näher. Aber noch ist etwas Geduld gefragt, weil die Briefwahlstimmen in sechs Bundesstaaten nicht ausgezählt sind. Es sieht aber danach aus, als ob die Tage von Donald Trump als US-Präsident gezählt sind. Biden liegt in vier von fünf entscheidenden Staaten vorn.

Joe Biden auf der Siegerstraße

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Die tagelange Auszählung von Stimmen der US-Präsidentschaftswahl hat am Freitag den demokratischen Herausforderer von Amtsinhaber Trump ein großes Stück nach vorn gebracht. Biden überholte den Republikaner in Pennsylvania und Georgia. Trump machte aber deutlich, dass er sich mit einer Niederlage keinesfalls abfinden will. Den Vereinigten Staaten stehen kritische Wochen bevor - so oder so.

Wenn Biden den Bundesstaat Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten gewinnt, hätte er die Mehrheit von 270 Wahlleuten bereits sicher. Nach den bereits feststehenden Entscheidungen verfügt der ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama bislang über mindestens 253 Stimmen. Auch in Georgia, Arizona und Nevada lag er vorn. Dagegen sah es für Trump in North Carolina und Alaska gut aus - was ihm allerdings nicht reichen würde. 

Trump stellt sich als Opfer des Systems dar

Bis dahin wird es mit großer Wahrscheinlichkeit aber noch komplizierte Verfahren vor den Gerichten geben. Befürchtet werden auch gewaltsame Proteste von Anhängern oder Gegnern des Präsidenten. Trump stellte sich bei einem Auftritt im Weißen Haus abermals als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar, ohne irgendeinen Beweis für seine Behauptungen zu nennen. Mehrere US-Fernsehsender brachen daraufhin ihre Live-Übertragung ab.

Falls Trump tatsächlich verlieren sollte, rechnet kaum jemand mit einem Eingeständnis seiner Niederlage. Der Präsident kündigte an, sich mit einer ganzen Serie von Klagen bis hinauf zum Obersten Gericht gegen eine Niederlage zu wehren. Der Leiter der Rechtsabteilung von Trumps Team, Matt Morgan, erklärte am Freitag: "Diese Wahl ist nicht vorbei." Die Prognosen von Wahlsiegen Bidens in Pennsylvania, Georgia, Nevada und Arizona beruhten auf Ergebnissen, die noch lange nicht vollständig seien. "Sobald die Wahl abgeschlossen ist, wird Präsident Trump wiedergewählt sein", zeigte sich Morgan optimistisch. In einigen Bundesstaaten wurden schon Klagen eingereicht. In Michigan und Georgia wurden erste Beschwerden abgewiesen.

"Keinerlei Hinweise" auf Wahlbetrug in den USA

Auch auf Twitter setzte der amtierende Präsident seine Betrugsvorwürfe fort. Er behauptete, die Wahl mit "legal" abgegebenen Stimmen mit Leichtigkeit gewonnen zu haben. Twitter verpasste dem Tweet umgehend den Warnhinweis, dass der Beitrag irreführende Informationen enthalten könne.

Auch in der eigenen Partei gibt es an Trumps Auftreten inzwischen massive Kritik. Mehrere führende Republikaner mahnten, die demokratischen Regeln einzuhalten. "Es gibt keine Rechtfertigung für die Äußerungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben", schrieb der republikanische Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, auf Twitter.

Konkrete Anhaltspunkte für massiven Wahlbetrug gibt es keine. Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kamen zu dem Schluss, sie hätten "keinerlei Hinweise auf systemische Probleme finden können".

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