US-Verteidigungsminister heizt Nordkorea-Konflikt an

© dpa, Jacquelyn Martin, JM pil jhe

9. August 2017 - 23:01 Uhr

Nordkorea droht mit Angriff auf Guam

Als wäre die Stimmung zwischen den USA und Nordkorea nicht schon genug aufgeheizt - nun hat auch US-Verteidigungsminister Mattis dem Regime und dem Volk in Nordkorea mit Vernichtung gedroht. Er folgt damit Präsident Trump, der Nordkorea indirekt militärische Gewalt angedroht hat. 

Die Sorge wächst, dass es nicht bei Worten bleibt. So hatte zuvor Nordkorea den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der potentiell gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt.

Der Rest der Welt kann dem verbalen Schlagabtausch zwischen Washington und Pjöngjang nur hilflos zusehen, Bundesaußenminister Gabriel warnte im ZDF vor der aggressiven Rhetorik Trumps'. 

"Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat"

Er mache sich große Sorgen, dass dies in einem militärischen Konflikt enden könnte. Die drastischen Äußerungen Trumps' hätten viele Menschen zurecht erschreckt.

In den vergangenen Tagen hatten Berichte über große Fortschritte des kommunistischen Staats bei seinem Atom- und Raketenprogramm das Ausland beunruhigt.

Trump hatte gesagt, wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat". Die von KCNA zitierten nordkoreanischen Drohungen nehmen direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben.

Rasante Entwicklung

ARCHIV - Das von der Nordkoreanischen Regierung am 04.07.2017 zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Start einer Interkontinentalrakete mit hoher Reichweite vom Typ Hwasong-14. Nordkorea hat am 28.07.2017 erneut eine ballistische Rakete getestet. Wie
Nordkorea testet immer wieder neue Raketen.
© dpa, Uncredited, wie jai

Inzwischen ist Nordkorea nach Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken - auch Interkontinentalraketen. Wie die 'Washington Post' unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtete, habe Nordkorea nach Einschätzung des Geheimdienstes DIA (Defence Intelligence Agency) bei seinem Atom- und Raketenprogramm viel schnellere Fortschritte gemacht als bisher angenommen. Nordkorea habe einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht getan, berichtete die Zeitung.