Nikotin-Konsumenten bitte draußen bleiben!

US-Unternehmen U-Haul stellt keine Raucher und Dampfer mehr ein

Bei U-Haul müssen auch E-Zigaretten-Raucher draußen bleiben.
© dpa, Robert F. Bukaty, RB ER hpl

19. Februar 2020 - 16:00 Uhr

Nikotin-Nutzer sind bei U-Haul ab jetzt unerwünscht

Sie sind Raucher? Oder aufs Dampfen umgestiegen? Sie kauen Nikotin-Kaugummis? Sie mögen Schnupftabak? Dann können Sie gleich wieder gehen! So ist neue die Haltung des US-amerikanischen Unternehmens U-Haul, einem Vermieter von Transportern und Anhängern, mit 30.000 Mitarbeitern in den USA und Kanada. In einer Pressemitteilung hat das Unternehmen angekündigt, keine Menschen mehr einzustellen, die Nikotinprodukte konsumieren.

Auf dem Weg zum gesündesten Arbeitgeber der USA

Aufatmen können aber alle Mitarbeiter von U-Haul, die zum jetzigen Zeitpunkt noch Nikotin auf egal welchem Weg konsumieren. Eine Kündigung müssen diese laut Pressemitteilung des Unternehmes nicht befürchten. "Die Regelungen zahlen darauf ein, dass U-Haul zum gesündesten Arbeitgeber in den USA und Kanada werden will", so heißt es in der Pressemitteilung weiter. Diese neue Firmenpolitik wird allerdings nur in den 21 US-Bundesstaaten angewendet, wo dies gesetzlich möglich ist.

Entwöhnungsprogramme für Ausstiegswillige

"Wir investieren damit intensiv in das Wohlergehen unserer Teammitglieder", begründet Jessica Lopez, Personalchefin von U-Haul, die Entscheidung des Unternehmens. "Nikotinprodukte machen süchtig und stellen eine Vielzahl von ernsthaften Gesundheitsrisiken dar. Diese Politik ist ein Schritt zur Förderung einer Kultur des Wohlbefindens."

Allerdings bleibt es nicht bei einem Einstellungsstopp für nikotinkonsumierende Bewerber. Das Unternehmen will jetzigen Mitarbeiter mit Entwöhnungsprogrammen den Ausstieg erleichtern. Außerdem verstärkt es auch in anderen Themenfeldern wie Ernährung und Fitness seine Bemühungen.

Wie wirkt Nikotin?

"Im Gehirn bindet Nikotin an die sogenannten Acetylcholin-Rezeptoren, das sind für bestimmte biochemische Signalprozesse spezialisierte Bindungsstellen auf den Zellen", beschreibt es das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). "Es regt beispielsweise eine Steigerung der Dopamin-Produktion an, was mit einem unmittelbaren Wohlgefühl bzw. dem Gefühl von Beruhigung einhergeht." Bereits während das vorhandene Nikotin abgebaut wird, entsteht neues Verlangen - die Rezeptoren im Gehirn wollen mit Nachschub versorgt werden.

Ist Nikotin krebserregend?

Nein, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Nikotin ist eine in Tabakpflanzen vorkommende einfache chemische Verbindung, die nicht direkt Krebs auslöst, sondern vielmehr von Tabak abhängig macht", beschreibt sie es auf einer Info-Seite. Nur in sehr hohen Dosen kann Nikotin giftig oder sogar tödlich sein. Daher sollten Nikotinprodukte außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden, so der allgemeine Ratschlag.