US-Richter Bill O'Neill verteidigt sexuelle Belästigung, indem er mit eigenem Sexleben prahlt

US-Richter Bill O'Neill prahlte bei Facebook mit seinem eigenen Sexleben.
US-Richter Bill O'Neill prahlte bei Facebook mit seinem eigenen Sexleben.
© Facebook

18. November 2017 - 18:37 Uhr

Diesmal geht Bill O'Neills Verteidigung zu weit

US-Richter Bill O'Neill aus dem Bundesstaat Ohio steht nach einem Facebook-Post weltweit in der Kritik. Um den demokratischen Senator Al Franken zu verteidigen, der der sexuellen Belästigung bezichtigt wird, prahlte der für das Gouverneur-Amt kandidierende Richter in Ohio mit Geschichten aus seinem eigenen Sexleben. Frei nach dem Motto: alles halb so schlimm.

"Schockierende Geringschätzung gegenüber Frauen"

"In den letzten 50 Jahren hatte ich sexuelle Beziehungen zu etwa 50 sehr attraktiven Frauen", schrieb Bill O'Neill auf seiner Facebook-Seite. "Es reichte von einer umwerfenden persönlichen Assistentin von Senator Bob Taft, die meine erste große Liebe war, und wir machten leidenschaftlich Liebe auf dem Heuboden der Scheune ihrer Eltern, und endete mit einer wahnsinnig schönen Rothaarigen", erklärte er weiter. Dabei spreche er für alle heterosexuellen Männer.

Doch die gut gemeinte Verteidigung ging ordentlich nach hinten los. Nicht nur bei Facebook, sondern auch in der Politik hagelte es ordentlich Kritik für die offenen Worte. Die Präsidentin des Obersten Gerichts von Ohio, Maureen O'Connor, sprach von einer "schockierenden Geringschätzung gegenüber Frauen", für die sie "keine Worte" habe. Als Reaktion auf die Kritik löschte O'Neill seinen Beitrag und verfasste einen neuen.

Bill O'Neill rudert zurück

In dem neuen Beitrag entschuldigt er sich für seine "Taktlosigkeit" und fordert seine Gegner auf, ihm zu verzeihen, ohne dass er seine Kandidatur als Gouverneur von Ohio zurückziehen müsse. Angeblich habe er als Anwalt früher sogar höchstpersönlich Sexualstraftäter verfolgt.

Senator Al Franken, dessen Fall O'Neill zu seinem Statement trieb, wird von der amerikanischen Sportmoderatorin Leeann Tweeden vorgeworfen, ihr 2006 im Schlaf in einem Militärflugzeug an die Brüste gegrapscht zu haben. Außerdem habe er sie ohne ihr Einverständnis geküsst. Der Senator entschuldigte sich für die beiden Vorfälle. Eine Untersuchung gegen ihn läuft.