US-Regierung erlaubt Waffen für alle – aus dem 3D-Drucker

31. Juli 2018 - 10:12 Uhr

Ab dem 1. August darf sich jeder Amerikaner eine eigene Plastik-Pistole basteln

Die USA unter Präsident Donald Trump erweitern ihr liberales Waffengesetz zum 1. August um einen besonders kritischen Punkt: Schusswaffen aus dem 3D-Drucker. Denn jeder kann sich die Baupläne aus dem Internet herunterladen. Die Kunststoffwaffen haben weder Seriennummern noch werden sie von Metalldetektoren erkannt. Kritiker schießen scharf gegen das neue Gesetz.

"Das Zeitalter der herunterladbaren Schusswaffen beginnt"

Bob Ferguson, der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, teilte mit, er verklage die Regierung von US-Präsident Donald Trump vor einem Bundesgericht in Seattle. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington hätten sich angeschlossen. Die Klage richtet sich gegen einen außergerichtlichen Vergleich der US-Regierung mit der Organisation "Defense Distributed".

Durch den Vergleich darf die Organisation aus Texas ab Mittwoch Anleitungen zur Herstellung von 3D-Waffen zum Download anbieten – und hat das auch vor: "Das Zeitalter der herunterladbaren Schusswaffen beginnt", heißt es auf ihrer Homepage.

Bedrohung der nationalen Sicherheit?

ARCHIV - 10.05.2013, USA, Texas, Austin: Eine Person hält eine Plastik-Pistole, die komplett im 3D-Drucker hergestellt wurde. Eine Organisation will nun Waffenpläne für 3D-Drucker ins Netz stellen - und damit ein neues Zeitalter einläuten. (zu dpa «D
Pistolen wie diese können im 3D-Drucker hergestellt werden. Mehr dazu gibt es im Video oben.
© dpa, Jay Janner, hjb

Bis zum außergerichtlichen Vergleich im Juni hatte die US-Regierung "Defense Distributed" untersagt, solche Pläne zu veröffentlichen. Seit 2013 galt das Verbot, Klagen dagegen waren bislang erfolglos. Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington schickten wegen des Vergleichs einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Außenminister Mike Pompeo.

Die Bedingungen des Vergleichs seien "zutiefst gefährlich und könnten eine beispiellose Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit haben". Die Veröffentlichung der Pläne würde zur Bewaffnung von Terroristen und Kriminellen beitragen. Sie würde außerdem auch jenen Menschen den Besitz von Schusswaffen ermöglichen, denen das von den Behörden untersagt worden sei. Damit würde das Leben von Zivilisten, Polizisten und Angehörigen der Streitkräfte in den USA und im Ausland gefährdet.