Freie Bahn für Energie- und Bergbauprojekte?

Paradies in Gefahr: Trump will Alaskas Regenwälder abholzen lassen

Trump beim G7 Gipfel in Biarritz.
© REUTERS, CHRISTIAN HARTMANN, SAA/

28. August 2019 - 14:47 Uhr

Kann er das Abholzungsverbot kippen?

In Alaska liegt der größte gemäßigte Regenwald der Erde. Ein Naturparadies mit spektakulären Landschaften - das nun in Gefahr ist. Denn US-Präsident Donald Trump will offenbar mehr als die Hälfte des Tongass National Forest zur Abholzung freigeben.

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung

Trump soll seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue angewiesen haben, Teile des Regenwaldes vom Abholzungsverbot auzunehmen. Das berichtet die Washington Post, die sich auf ein privates Gespräch des Präsidenten mit Alaskas Gouverneur Mike J. Dunleavy an Bord der Air Force One beruft. Sollte Trumps Vorstoß Erfolg haben, würden mehr als die Hälfte des Naturparadieses der Zerstörung preisgegeben. In Zahlen: rund 38.445 Quadratkilometer. Der Tongass National Forest misst rund 67.000 km2 und erstreckt sich im Südosten Alaskas.

Bush wollte Abholzungsverbot ebenfalls kippen - und scheiterte

Trump ist nicht der erste Präsident, der den Regenwald zugunsten der Wirtschaft der Zerstötung preisgeben will. Schon George W. Bush hatte versucht, die 2001 von Amtsvorgänger Bill Clinton etablierte "Roadless Rule" zu kippen, um dem Bergbau-, Holz- und Energiesektor Tür und Tor zu öffnen. Er war damit jedoch 2011 bei dem US-Bundesrichter John W. Sedwick gescheitert.

Die umfanreichen Schutzmaßnahmen bewahren unter anderem weite Teile des Tongass National Forest vor der Abholzung. Zudem untersagen die Vorschriften den Bau von Straßen auf umgerechnet rund 236.741 km2 Waldfläche in ingesamt 39 Bundesstaaten der USA.

Republikanischen Politikern ist die "Roadless Rule" ein Dorn im Auge, da sie ihrer Meinung nach die Wirtschaft hemmt und Jobs gefährdet. Sedwick hatte dieses Argument jedoch nicht gelten lassen, weil die Zahl der Jobs in der Holzwirtschaft in Südostalaska damals rückläufig war. Heute entfallen laut Washington Post rund 17 Prozent aller Arbeitsplätze auf die Tourismusbranche. Eine Branche, die vor allem von der atemberaubenden Natur Alaskas zehrt und die wohl empfindlichen Schaden nehmen würde, wenn das Aholzungsverbot tatsächlich kippt. Ganz zu Schweigen vom Weltklima, das aktuell bereits durch die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet und in Sibrien belastet ist.