US-Präsident Obama warnt vor Hurrikan 'Sandy': "Ein großer und mächtiger Sturm"

10. Februar 2016 - 19:03 Uhr

Windgeschwindigkeiten bis 150 km/h im Auge des Sturms

Die Furcht vor Hurrikan 'Sandy' hat das öffentliche Leben an der US-Ostküste nahezu komplett lahmgelegt. Schon vor seinem Eintreffen wirbelte der Sturm das Leben von Millionen Menschen durcheinander und die Angst vor dem drohenden Jahrhundertsturm steigt. In den Metropolen New York und Washington stand der Nahverkehr komplett still.

Sandy, Hurrikan, New York, Bloomberg
Im Auge des Sturms betragen die Windgeschwindigkeiten weit über 150 Stundenkilometer.
© REUTERS, MICHELLE MCLOUGHLIN

Nach Einschätzung des Hurrikanzentrums in Florida und Metereologen wird das Auge des Sturms gegen Mitternacht (MEZ) das Festland der US-Ostküste gute 100 Kilometer südlich von New York erreichen. Der Sturm bewegte sich zuletzt mit etwa 30 Kilometern in der Stunde auf die US-Küste zu. Die Winde in seinem Wirbel erreichten zwischenzeitlich über 150 Kilometer in der Stunde. Wetteragenturen sagten ein lebensbedrohliches Anschwellen des Sturmes, Böen in Hurrikan-Stärke an der Küste und heftige Schneefälle in den Appalachen voraus.

US-Präsident Barack Obama kehrte von einer Wahlkampftour in Florida nach Washington zurück und rief die Bevölkerung eindringlich dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Dies wird ein großer und mächtiger Sturm", warnte er im Weißen Haus. Obama rief für Washington und New York und die Bundesstaaten Maryland und Massachusetts den Notstand aus. Er machte aber auch Mut: "Wir werden das zusammen überstehen."

Erstmals seit 27 Jahren wurde die Wall Street wieder wegen eines Sturms geschlossen. Tausende Flüge wurden abgesagt, Busse fuhren nicht und die U-Bahn wurde ebenso wie viele Straßentunnel aus Angst vor Überflutungen gesperrt. "Es ist gefährlich da draußen", hatte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg den Menschen gesagt. "Vielleicht ist das ein guter Tag, einfach zu Hause zu bleiben und vor dem Fernseher ein Sandwich zu essen."

60 Mio. Menschen von Hurrikan 'Sandy' betroffen

Die Sturmschäden könnten sich nach Ansicht von Fachleuten auf etwa drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) belaufen. Wegen des Hurrikans sollten allein in New York fast 400.000 Bewohner ihre Häuser verlassen. Insgesamt könnten rund 60 Millionen Menschen die Auswirkungen 'Sandys' zu spüren bekommen, wie es vom Energieversorger National Grid hieß.

Laut CNN waren am Nachmittag schon 300.000 Menschen ohne Strom - obwohl der Sturm noch gar nicht da war. Auch RTLaktuell.de-Facebook-Userin Kerstin Ketchum berichtet von Blackouts im Großraum New York: "Meine Tochter wohnt in Long Island. Sie hat gerade angerufen und berichtet, dass Sie keinen Strom hat."

Genau aus diesem Grund deckten sich viele Menschen in den betroffenen Bundesstaaten bereits im Vorfeld mit Vorräten ein. Knapp wurden Wasserflaschen, Lebensmittel in Dosen, Taschenlampen und Batterien.

Wetterexperten befürchten, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stoßen könnte. Diese Kombination könnte zum schwersten Unwetter an der Ostküste seit 1991 führen. Damals kamen bei Hurrikan 'Bob' vier Menschen ums Leben, von South Carolina im Süden bis Maine im Norden entstanden hohe Schäden.

Die Schiffe der Navy, die im Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, wurden verlegt. 61.000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken. Bei einer dramatischen Rettungsaktion brachten zwei Hubschrauber der US-Küstenwache 14 Besatzungsmitglieder des Filmschiffs 'Bounty' in Sicherheit. Zwei Menschen wurden allerdings auch Stunden nach der Aktion noch vermisst.

Für Inseln vor New York und für die Bewohner von Inseln vor New Jerseys Küste wie Long Beach Island gab es Evakuierungsbefehle. Vielerorts wurden Klassenräume zu Notunterkünften.