US-Präsident Donald Trump will Todesstrafe für Drogendealer einführen

Drogenabhängigkeit in den USA breitet sich immer weiter aus

In den USA will Präsident Donald Trump den Kampf gegen Drogen deutlich verstärken. So soll in einigen Fällen auch die Todesstrafe für Drogendealer angewendet werden. Millionen US-Bürger sind abhängig von Schmerzmitteln und Heroin. Im ganzen Land steigt die Zahl der Todesfälle in den letzten Jahren immer weiter.

Justizministerium kann Todesstrafe für Drogendealer beantragen

Drogenkrise in den USA
Ein Mann kocht sich auf einem Löffel die Dosis für einen Schuss Heroin. Die USA kämpfen gegen eine Schwemme von harten Drogen.
brx kno scg bsc cul, dpa, Boris Roessler

Wie Regierungsvertreter in Washington mitteilten, will sich Trump im Laufe des Tages in New Hampshire dazu äußern. Der Bundesstaat ist besonders stark vom Opioid-Problem betroffen. Künftig soll das Justizministerium als Chefanklagebehörde auf Bundesebene in Prozessen die Todesstrafe beantragen können, wenn es unter anderem dem geltenden Gesetz angemessen erscheint. Außerdem soll die Drogen-Mindestmenge herabgesetzt werden, sodass Dealern fortan eine Haftstrafe droht, wenn sie mit bestimmten illegalen Opioiden handeln. Dazu gehören das Schmerzmittel Oxycodon und auch Heroin.

Als weitere Säule seiner neuen Strategie plant Trump eine US-weite Aufklärungskampagne über die tödlichen Gefahren des Opioid-Missbrauchs. Außerdem sei es das Ziel, durch verschiedene Initiativen den Umfang ärztlich verschriebener Opioid-Schmerzmittel binnen drei Jahren um ein Drittel zu verringern.

60.000 Menschen starben 2016 an Überdosis

Die extreme Abhängigkeit von Opioiden breitet sich in den USA immer weiter aus. Allein 2016 starben über 60.000 Menschen an einer Überdosis – ein Anstieg um 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch nicht nur Heroin ist ein großes Problem: Verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Fentanyl, Oxycodon oder Xanax sind zu einem großen Teil für diesen Trend verantwortlich. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden 2018 bis Anfang März etwa 30 Prozent mehr Menschen wegen einer Überdosis ins Krankenhaus eigeliefert als im selben Zeitraum des Vorjahres.