"Hinsetzen" und "anrufen"

US-Präsident Donald Trump wartet auf den Anruf der Mullahs

"Was sie tun sollten ist, mich anzurufen, sich hinzusetzen", sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus.
"Was sie tun sollten ist, mich anzurufen, sich hinzusetzen", sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus.
© imago/UPI Photo, imago stock&people

10. Mai 2019 - 7:27 Uhr

Regierungen wollen einen Krieg verhindern

Nach dem iranischen Ultimatum zum Atomabkommen hat US-Präsident Donald Trump die Führung in Teheran zu Gesprächen aufgefordert. "Was sie tun sollten ist, mich anzurufen, sich hinzusetzen", sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus. Denn die USA wollen keinen Krieg, betonte die US-Regierung. 

Trump will einen "fairen Deal" machen

ARCHIV - 24.04.2019, Iran, Teheran: HANDOUT - Dieses vom Office of the Iranian Presidency zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hassan Ruhani, Präsident des Iran, während einer Kabinettssitzung. Zum Jahrestag des US-Ausstiegs aus dem internationalen Ato
​Die nächsten zwei Monate seien die letzte Frist für die Diplomatie, warnte auch Irans Präsident Hassan Rohani.
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"Wir können einen Deal machen, einen fairen Deal. Wir wollen nur nicht, dass sie Atomwaffen haben." Auf die Frage, ob er eine militärische Konfrontation riskieren würde, sagte Trump: "Ich möchte nicht nein sagen. Aber hoffentlich wird das nicht geschehen." 

Was war passiert? 

  • Der Iran hatte gedroht, nach Ablauf einer 60-Tages-Frist den Ausstieg aus dem Atom-Abkommen einzuleiten.
  • Der Grund: Wegen US-Sanktionsdrohungen wollen kaum noch ausländische Unternehmen mit dem Iran Geschäfte machen.
  • Dem Iran war für den Verzicht auf sein Atomprogramm allerdings die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen versprochen worden, auch im wichtigen Öl- und Bankensektor. 

​Die nächsten zwei Monate seien die letzte Frist für die Diplomatie, warnte Vizeaußenminister Abbas Araghchi laut iranischen Medien am Donnerstag. Auch ein kompletter Ausstieg aus dem Abkommen sei möglich.

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Scharfe Warnung der US-Regierung Richtung Iran

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US-Außenminister Mike Pompeo warnte die Regierung in Teheran.
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US-Außenminister Mike Pompeo warnte unterdessen die Regierung in Teheran vor einem Angriff, weil ein militärischer Konflikt befürchtet werde. "Das Regime in Teheran sollte verstehen, dass Angriffe von ihm oder seiner Stellvertreter jeglicher Identität gegen US-Interessen oder US-Bürger mit einer schnellen und entschlossenen US-Reaktion beantwortet werden", teilte Pompeo am Donnerstag mit. "Unsere Zurückhaltung bis jetzt sollte vom Iran nicht mit einem Mangel an Entschlossenheit verwechselt werden."

Trumps Sicherheitsberater John Bolton hatte bereits am Sonntag angekündigt, dass die USA als militärische Warnung an den Iran den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und eine Bomberstaffel in Richtung Iran verlegen. Trump begründete das am Donnerstag mit Drohungen, zu denen er aber keine näheren Angaben machen wollte. "Wir haben Informationen, über die Sie nichts wissen wollen", sagte er.

Europäer bemühen sich um die Rettung des Atomabkommens

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Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an die Regierung in Teheran, auch die eigenen Chancen des Abkommens zu sehen.
© dpa, Vadim Ghirda

Gemeinsam mit der EU wiesen Deutschland, Frankreich und Großbritannien unterdessen das iranische Ultimatum zum Atomabkommen als nicht akzeptabel zurück. "Wir fordern den Iran nachdrücklich auf, weiterhin vollständig seinen Verpflichtungen (...) nachzukommen und von Eskalationsschritten Abstand zu nehmen", heißt es in einer Erklärung. Die europäische Seite sei entschlossen, den legitimen Handel mit dem Iran aufrechtzuerhalten, um das Abkommen zu erhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an die Regierung in Teheran, auch die eigenen Chancen des Abkommens zu sehen.

Der Iran kritisierte die Reaktion der EU-Staaten scharf. "Anstatt vom Iran zu erwarten, sich einseitig an ein internationales Abkommen zu halten, sollte die EU selbst ihren Verpflichtungen aus dem Abkommen nachkommen", schrieb Außenminister Mohamed Dschawad Sarif auf Twitter. Die USA hätten die EU mit ihrem Ausstieg aus dem Abkommen ein Jahr lang tyrannisiert, aber die EU habe nichts anderes unternommen, als ihr Bedauern auszudrücken.