US-Präsident Donald Trump

Explosion im Libanon wohl ein Anschlag

United States President Donald J. Trump holds a news conference in the James Brady Press Briefing Room of the White Hous
© imago images/MediaPunch, Michael Reynolds / Pool via CNP /MediaaPunch via www.imago-images.de, www.imago-images.de

05. August 2020 - 7:52 Uhr

Viele Tote und Tausende Verletzte bei Explosionen in Beirut

Die verheerende Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut war US-Präsident Donald Trump zufolge ein Anschlag. Seine "Generäle" gingen angesichts der Art der Explosion davon aus, dass es sich um eine Art Bombe gehandelt haben müsse, sagte er. Die USA "stehen bereit, dem Libanon zu helfen", so Trump.

Trump: Es sieht wie ein Angriff aus

Die Explosion deute nicht auf einen Unfall hin, sagte Trump unter Berufung auf seine militärischen Berater. "Sie scheinen zu denken, dass es ein Anschlag war, dass es eine Art von Bombe war", sagte er weiter, ohne konkrete Belege dafür zu nennen.

Bei der Explosion sind nach libanesischen Angaben mindestens 70 Menschen getötet und rund 3.000 verletzt worden, darunter auch Mitarbeiter der Deutschen Botschaft. Die Hintergründe der Explosion blieben zunächst unklar. Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht.

Beirut: War Ammoniumnitrat der Auslöser?

Nach der Explosion gab es Spekulationen, dass diese auf eine im Hafen von Beirut gelagerte große Menge Ammoniumnitrat zurückzuführen sein könnte. Die Zersetzung des als Düngemittel eingesetzten Stoffs - der auch zur Herstellung von Sprengsätzen dienen kann - führt bei höheren Temperaturen zu Detonationen.

Die farblosen Kristalle befanden sich auch in dem Gefahrgutlager der chinesischen Hafenstadt Tianjin, wo 2015 nach einer Serie von Explosionen 173 Menschen getötet wurden. In Deutschland fällt die Handhabung von Ammoniumnitrat unter das Sprengstoffgesetz.

Berichten zufolge hatten libanesische Behörden im Jahr 2013 einem Frachtschiff die Weiterfahrt wegen verschiedener Mängel untersagt, das von Georgien ins südafrikanische Mosambik unterwegs war. Der Besatzung gingen Treibstoff und Proviant aus, der Inhaber gab das Schiff dann offenbar auf. Der Crew wurde nach einem juristischen Streit schließlich die Ausreise genehmigt. Das Schiff blieb zurück mit der gefährlichen Ladung, die in einem Lagerhaus untergebracht wurde.

Tag der Trauer im Libanon

Der libanesische Präsident Michel Aoun rief für Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein, um die Ursachen der Explosion zu klären. "Ich werde nicht ruhen, ehe ich den Verantwortlichen kenne und ihm die härteste Strafe gebe", sagte Aoun laut Zitaten des Präsidialamts bei Twitter. Regierungschef Diab erklärte den Mittwoch zum Tag landesweiter Trauer in Gedenken an die Opfer. Für die Stadt wurde ein zwei Wochen langer Notstand verhängt.