US-Polizist erschießt gehörlosen Vater bei Verkehrskontrolle

24. August 2016 - 8:13 Uhr

Harris war unbewaffnet, er hinterlässt einen vierjährigen Sohn

In Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) hat ein Verkehrspolizist einen gehörlosen Autofahrer erschossen. Als der Cop den 29-jährigen Daniel Kevin Harris wegen überhöhter Geschwindigkeit stoppen wollte, hatte der nicht reagiert und war unbeirrt weitergefahren - vermutlich, weil er die Sirenen nicht hörte. Als er endlich anhielt, hatte der Polizist möglicherweise die Gebärdensprache des Fahrers missverstanden und als Angriff fehlinterpretiert.

Daniel Kevin Harris wurde in North Carolina von einem Polizisten erschossen.
Daniel Kevin Harris, in der Mitte zu sehen mit seinem Sohn.
© Facebook

Der Polizist hatte den Wagen offenbar über mehrere Kilometer mit Blaulicht und Sirene verfolgt, das Auto sogar leicht gerammt, um es zum Anhalten zu zwingen. Doch der Fahrer zeigte keine Reaktion. Erst vor seinem Haus stoppte Daniel Kevin Harris. Es kam zu "einer Begegnung", in deren Verlauf der Polizist auf den Vater eines vierjährigen Jungen schoss, wie 'WCNC' berichtet. Laut offiziellen Angaben war der Gehörlose, der sich im Alltag nur mit Zeichensprache verständigt, unbewaffnet und starb noch vor Ort.

Der Polizist wurde beurlaubt, die genauen Umstände des Vorfalls, der sich bereits vor fünf Tagen ereignete, werden untersucht. Harris' Familie hat ein Spendenkonto eröffnet, um Geld für die Bestattung zu sammeln. Umgerechnet rund 4.400 Euro sind schon zusammengekommen. Überschüssiges Geld soll einer von den Angehörigen eigens eingerichteten Stiftung zugute kommen, die das Ziel hat, Polizisten im Umgang mit Gehörlosen zu schulen.

Auch interessant