US-Paar wegen Vergewaltigungs-Serie in Haft - Hunderte Verdachtsfälle

24. September 2018 - 8:41 Uhr

Ihre Opfer fanden sie in Bars und Dating-Apps

Es klingt wie der Stoff eines Thrillers, doch vieles deutet darauf hin, dass es sich um die grausame Realität handelt. Grant William Robicheaux (38) und Cerissa Laura Riley (31) werden verdächtigt, in großem Stil Frauen missbraucht zu haben. Sie sollen ihre Opfer in Bars oder per Dating-Apps in die Falle gelockt und mit Drogen gefügig gemacht haben, um sie anschließend zu vergewaltigen. Zwei Frauen brachten den Stein ins Rollen, inzwischen haben sich 12 weitere mögliche Opfer bei der Polizei gemeldet.

Hunderte Handy-Videos sollen die beiden beim Sex mit Opfern zeigen

Die beiden wurden in der vergangenen Woche festgenommen, weil zwei Frauen sie angezeigt hatten, berichten mehrere US-Medien. Die mutmaßlichen Opfer beschuldigen das Paar, sie vergewaltigt zu haben. Im Haus des Paares wurde Robicheaux' Handy gefunden, mit schwer belastendem Material.

Hunderte Videos sollen zeigen, wie das Paar Sex mit Frauen hat, die offenkundig nicht freiwillig mitmachen, kaum bei Bewusstsein sind, berichtet der 'Spiegel'. Weiter heißt es in dem Bericht, dass die Polizei mithilfe der Videos weitere Opfer finden will.

Fühlten sich die Opfer sicher, weil die Täter attraktiv aussahen?

Die beiden Opfer, deren Aussagen die Ermittlungen ausgelöst hatten, hatten Robicheaux, einen Arzt, und Riley, Lehrerin, offenbar in Kneipen kennengelernt. Eine 32-Jährige habe das Paar in einem Restaurant in Newport Beach im US-Bundesstaat Kalifornien getroffen und einige Tage später zu einer Party in seiner Wohnung eingeladen worden. Bei dieser Gelegenheit hätten sie ihr Drogen gegeben und sie missbraucht. Eine weitere Frau erzählt eine ähnliche Geschichte, allerdings habe sie rechtzeitig geschrien und sich der Vergewaltigung entziehen können.

Die Ermittler vermuten, dass sich die Opfer möglicherweise durch das attraktive Aussehen des unauffällig wirkenden Paares haben täuschen lassen. Das könnte Opfer dazu verleitet haben, sich in Gegenwart von Robicheaux und Riley sicher zu fühlen – ein fataler Irrtum. "Die Menschen gehen davon aus, dass Missbrauchstäter gruselig aussehen und im Busch auf unschuldige Frauen warten", so Staatsanwalt Tony Rackauckas. In Wirklichkeit stammten die Täter aus allen Schichten der Gesellschaft.

Nun wird weiter ermittelt. Die Polizei hofft, dass sich weitere Opfer melden. 12 haben dies bereits getan. Auch wenn einige die Drogen freiwillig genommen hätten, sei dies noch lange keine Rechtfertigung für Vergewaltigung und Missbrauch, so Rackauckas.