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US Open: Serena Williams verliert Endspiel gegen Naomi Osaka - und rastet völlig aus

Sep 8, 2018; New York, NY, USA; Serena Williams of the United States yells at chair umpire Carlos Ramos in the women's final against Naomi Osaka of Japan on day thirteen of the 2018 U.S. Open tennis tournament at USTA Billie Jean King National Tennis
Serena Williams brüllte im Endspiel der US Open immer wieder Schiedsrichter Carlos Ramos an. © USA TODAY Sports, Danielle Parhizkaran, Reuters/pa7

Serena Williams führt in New York Schimpf- und Tränentheater auf

Serena Williams hat nicht nur das Endspiel der US Open, sondern auch ihre Nerven verloren - und zwar komplett! Bei ihrer Final-Pleite gegen Naomi Osaka flippte die Grand-Slam-Rekordsiegerin völlig aus und beleidigte in "feinster" John-McEnroe-Manier den Schiedsrichter - Sexismus-Vorwürfe inklusive. Dass Osaka als erste Japanerin die US Open gewann, ging im oscarreifen Schimpf- und Tränentheater der Amerikanerin völlig unter.

Schiedsrichter verwarnt Tennis-Diva

Was war passiert? Satz 2 des New-York-Finale ist angebrochen, bei Williams läuft es nicht rund, sie hat den Auftaktsatz mit 2:6 abgegeben. Und dann: Dann wagt es Schiedsrichter Carlos Ramos aus Portugal doch tatsächlich, die Tennis-Diva zu verwarnen. Der Grund: Trainer Patrick Mouratoglou soll Williams von der Tribüne aus Anweisungen gegeben haben (was der Coach später bei ESPN zugibt). "Coaching" ist im Tennis aber nicht erlaubt.

Zu viel für Williams: "Ich betrüge nicht, um zu gewinnen. Da verliere ich lieber", faucht sie den Mann auf dem Stuhl an - tosender Applaus vom Publikum im Arthur-Ashe-Stadium!

Williams beleidigt Schiedsrichter Ramos

Williams ist angekratzt, kommt auch nach ihrem ersten Wutanfall nicht ins Spiel. Aus Frust zertrümmert sie ihren Schläger. Die Folge: Verwarnung Nummer 2 und Punktabzug. Williams tobt und zieht die Mama-Karte: "Du schuldest mir eine Entschuldigung", herrscht sie den Schiri an: "Ich habe eine Tocher."

Beim Stand von 3:4 aus Williams-Sicht knöpft sich die 36-Jährige den Unparteiischen erneut vor: "Du bist ein Dieb, du hast mit einen Punkt gestohlen", brüllt sie ihn an, kann sich kaum mehr beruhigen. Ramos bleibt gar keine andere Wahl, als Williams ein ganzes Spiel abzuziehen. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin bricht in Tränen aus, stottert Sexismus-Vorwürfe in die Runde: "Das ist nicht fair, das ist nicht fair. Nur weil ich eine Frau bin." Beim Stand von 4:5 steht die Partie kurz vor dem Abbruch.

Williams ruft die Oberschiedsrichter auf den Platz, erklärt gebetsmühleanertig, sie sei keine Betrügerin. Die Zuschauer buhen. Das Spiel wird fortgesetzt, Osaka bleibt ganz cool, bringt ihren ersten Grand-Slam-Triumph sicher nach Hause. 

Naomi Osaka: "Es tut mir leid, dass es so enden musste"

Williams und ihre Fans sind auch bei der Siegerehrung noch nicht wieder abgekühlt. Die Amerikanerin heult, Siegerin Osaka ist das Ganze sichtlich unangenehm. "Ich weiß, dass alle für sie waren. Es tut mir leid, dass es so enden musste", sagt die 20-jährige Japanerin unter Tränen. 

Immerhin: Als Williams an Mikrofon tritt, hebt sie die Leistung ihrer Kontrahentin hervor, versucht die von ihr gegen die Offiziellen aufgebrachten Zuschauer zu beruhigen. "Es ist ihr erster Grand-Slam-Titel. Lasst uns den Moment zu ihrem besten machen und nicht mehr buhen."

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