Antikörper für Babys? Das sagen Experten

US-Mütter spenden Muttermilch nach Corona-Impfung

Wie viel Schutz geben gegen das Coronavirus geimpfte Mütter beim Stillen an ihre Säuglinge weiter?
Wie viel Schutz geben gegen das Coronavirus geimpfte Mütter beim Stillen an ihre Säuglinge weiter?
© iStockphoto, LightFieldStudios

15. April 2021 - 15:06 Uhr

Muttermilch boostet das kindliche Immunsystem

Muttermilch ist ein wahrer Zaubertrank! Allein durch sie kann ein Baby in seinen ersten Lebensmonaten die Nährstoffe erhalten, die es für eine gesunde Darmflora und ein starkes Immunsystem braucht. Doch kann sie auch Babys vor einer Corona-Infektion bewahren? Das vermuten nun einige stillende Mütter in den USA, die bereits gegen Corona geimpft wurden. Laut einem Bericht der "New York Times" spenden sie ihre überschüssige Muttermilch sogar an andere Familien, um die Schutzwirkung an möglichst viele Babys weiterzugeben. Ist da was dran? Werden nach der Corona-Impfung gebildete Antikörper durch die Muttermilch an Säuglinge weitergegeben? Und bieten diese den Kindern dann einen echten Schutz vor dem Virus? Das sagen Experten.

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Können Corona-Antikörper aus Muttermilch Babys schützen?

In einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Nationalen Stillkommission (NSK) aus dem Januar 2021 vermuten die Experten, dass durch eine Immunisierung der Mutter auch das Risiko für eine kindliche Infektion minimiert werden könne.

Verschiedene Studien belegen bereits: Durch Impf-Immunisierung gebildete Antikörper der Mutter werden in die Muttermilch abgesondert. Ob diese Antikörper auch das Baby schützen, wenn es sie durch die Muttermilch aufnimmt, ist bisher noch nicht durch Studien gesichert. Die Experten DGPM, DGG und NSK gehen jedoch von einem "potenziellen Infektionsschutz des Säuglings" aus. "Auch wenn gesicherte Daten ausstehen, kann durch Muttermilch übertragene schützende Immunität eine passive Präventionsstrategie zum Schutz des Säuglings darstellen", so die Einschätzung der Still-Experten.

Wie lange der mögliche Schutz des Babys nach dem Stillen anhält – ob Tage, Wochen oder Monate – sei aktuell noch nicht klar, erklärt uns die Gynäkologin Dr. Marion Krawitz. Auch das müsse erst noch genauer untersucht werden.

Corona-Impfung in der Stillzeit? Das raten Experten stillenden Müttern

In der gemeinsamen Empfehlung DGPM, DGG und NSK heißt es weiterhin: "Der potenzielle Nutzen der Impfung überwiegt bei Stillenden mit erhöhtem Covid-Risiko die theoretischen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Impfung deutlich."

Die Experten begründen ihre Empfehlung damit, dass für die sogenannten mRNA-Vakzine, "nach bisherigem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko für die Stillende oder den Säugling" ermittelt worden seien. Zur Anwendung von mRNA-Impfstoffen in der Stillzeit, wie beispielsweise dem Einfluss auf den gestillten Säugling oder die Muttermilchsekretion, lägen jedoch derzeit keine Daten vor. Eine grundsätzliche Routine-Impfung aller Stillenden werde derzeit "auch auf Basis der aktuell limitierten Impfstoffressourcen mehrheitlich von den Fachgesellschaften nicht empfohlen", so die Experten.

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