Provokation gegen Russland?

US-Manöver Defender 2020 - 37.000 Soldaten ziehen durch Deutschland

24. Januar 2020 - 17:00 Uhr

Die größte Truppenbewegung seit 25 Jahren

Transportkolonnen werden in der Nacht über deutsche Autobahnen fahren, Güterzüge mit amerikanischer Fracht werden durch deutsche Bahnhöfe rollen, Panzer werden auf Binnenschiffen in den Ruhrpott transportiert und auf die Straßen geschickt: Zwischen April und Mai 2020 wird es die größte Truppenbewegung in Deutschland seit 25 Jahren geben.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist Defender 2020?

Es werden insgesamt 37.000 Soldaten und Soldatinnen an der amerikanischen Übung teilnehmen – 20.000 US-Soldaten werden aus Kontinental-Amerika nach Europa eingeflogen.

Mit der Übung soll die schnelle Verlegung von Truppen über den Atlantik und durch Europa geübt werden. Die Kolonnen werden samt Material insgesamt durch zehn Länder in Richtung Osteuropa fahren. Die Länge der Konvoi-Routen soll etwa 4.000 Kilometer betragen. In Deutschland sollen sich die Truppen zwischen April und Anfang Mai 2020 bewegen.

Was ist das Ziel der Übung?

Die Übung soll dazu dienen, Streitkräfte zu befähigen und die Einsatzbereitschaft der NATO zu erhöhen. Die Amerikaner wollen einen Krisenfall simulieren, der eine derartige Mobilisierung nötig machen könnte. Gleichzeitig wollen sie auch ein Zeichen in Richtung Russland senden. Die Bundewehr betitelt die Übung als Abschreckungsmanöver. "Ich persönlich halte es für eine wirklich wichtige Maßnahme, dass wir – als Bündnis – Abschreckung demonstrieren und dazu einen Beitrag leisten für die Sicherheit in Europa", sagt Brigadegeneral Andre Denk, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, RTL.

Macht da die Bundeswehr mit?

Die Bundeswehr unterstützt die US-Übung. Den Soldaten werden Zelte und Toiletten bereitgestellt. Auch bei der Planung der Routen, Betankung der Konvoi-Fahrzeuge, IT-Anbindung und Verpflegung soll Unterstützung geleistet werden.

Was heißt das für mich?

Die Truppenbewegungen sollen vor allem nachts stattfinden. In dieser Zeit ist es also gut möglich, dass Kolonnen über deutsche Autobahnen fahren. Die Auswirkungen sollen aber dennoch kaum spürbar für die Bürger sein, so die Bundeswehr.

Finden das alle gut?

Während die Bundesregierung das Vorhaben unterstützt, gibt es von "die Linke" Kritik. In einer Pressemitteilung bezeichnen die Partei das Manöver als "zutiefst fragwürdige Aufrüstungspolitik gegenüber Russland." Es gibt ebenfalls mehrere Friedenbewegungen, die sich gegen das Vorhaben ausgesprochen haben.