US-Kindsmord nach 22 Jahren aufgeklärt: 'Baby Hope' identifiziert

Mit dien Bildern wurde versucht die Identität von 'Baby Hope' zu ermitteln.
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14. Oktober 2013 - 14:56 Uhr

Cousin des Opfers gestand die grausame Tat

Als die Bauarbeiter sie fanden, war sie nackt, unterernährt und verwest. Jemand hatte ihre Leiche zusammengebunden, in einen Müllsack gesteckt und in eine Kühlbox unter ein paar Getränkedosen gequetscht. Niemand hatte das missbrauchte Mädchen als vermisst gemeldet. 22 Jahre lang blieb der Mordfall ungeklärt. Weil der Körper schon so stark zersetzt war, konnte weder die Identität noch das Alter der Kleinen festgestellt werden. Jetzt aber gelang den Ermittlern dank einem anonymen Tipp und einer DNA-Analyse der Durchbruch: Sie identifizierten das als 'Baby Hope' ('Baby Hoffnung') bekannt gewordene Mordopfer als die damals vierjährige Anjelica Castillo und nahmen einen Verwandten fest.

Wie die Polizei laut 'CNN' bekannt gab, ist es der 52-jährige Cousin von Anjelica, Conrado Juarez, dem der Mord an ihr zur Last gelegt wird. Er soll sie 1991 umgebracht und ihre Leiche an der Seite des Henry Hudson Parkway in New York abgeladen haben. Nachdem Polizisten Juarez befragt und in Handschellen abgeführt hatten, gestand er die Tat. "Heute haben die Ermittler der jungen Anjelica die Gerechtigkeit gegeben, die sie verdient", sagte der Chef-Ermittler Phil Pulaski.

Die Kriminalbeamten des New York Police Department's Cold Case Apprehension Squad, welche für ungeklärte Fälle zuständig sind, hatten nie aufgehört nach Antworten in dem Fall zu suchen. Jedes Jahr befragten sie am 23 Juli, dem Jahrestag des Leichenfundes, die Nachbarschaft, verteilten Flyer und suchten nach Informationen. 21 Jahre taten sie das erfolglos und 'Baby Hope' war schon in den ganzen USA bekannt. Trotzdem gaben sie nicht auf. In diesem Jahr erreichte sie der lang erhoffte Hinweis.

Polizisten bezahlten Grabstein und Beerdigung

Im Mordfall des vergewaltigten 'Baby Hope' wurde ein Verwandter festgenommen.
Der 52-jährige Cousin von Anjelica, Conrado Juarez, hat die grausame Tat gestanden.
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Der 'New York Times' zufolge kam im Sommer eine Frau zur Polizei, deren Bekannte mal gesagt habe, ihre kleine Schwester sei vor langer Zeit ermordet worden. Die Ermittler machten sich an die Puzzlearbeit und identifizierten eine junge Frau und schließlich deren Mutter. Ein angeleckter Briefumschlag bewies im Labor: Es war auch die Mutter von 'Baby Hope'. Sie hatte das Verbrechen an ihrer kleinen Tochter den Angaben zufolge nie angezeigt.

Das Verbrechen geschah in der Bronx, New Yorks ärmstem Stadtteil. Laut Polizei soll Anjelicas Cousin sie dort vergewaltigt und dabei mit einem Kissen erstickt haben. Seine Schwester sei die treibende Kraft bei der Beseitigung der Leiche gewesen. Dann hätten beide nie wieder über den Tag gesprochen.

In der Öffentlichkeit und vor allem für die Polizisten war der Fall aber immer noch ein Thema. Die Beamten bezahlten die Beisetzung des Mädchens. Das Kind wurde in einem weißen Kleid beerdigt, das die Frau eines Ermittlers gekauft hatte. Auf dem von den Polizisten bezahlten Grabstein stand "Because we care", "Weil wir uns kümmern" - und gleich darunter die Telefonnummer der Sondereinheit.

Den Namen 'Baby Hope' hat das kleine Mädchen von den Polizisten erhalten, weil die Hoffnung, das Verbrechen aufzuklären, nie verschwunden sei. "Und wissen Sie was", sagte der damalige Ermittler Joseph Reznick der 'New York Times', "jetzt sehen wir doch, dass das der beste Name war, den wir der Kleinen geben konnten."