US-Gericht stoppt 3D-Drucker-Waffenpläne zum Herunterladen

01. August 2018 - 7:11 Uhr

In letzter Sekunde – oder doch zu spät?

Trotz Sicherheitsbedenken und Angst vor Terror: Zum 1. August sollten Schusswaffen aus dem 3D-Drucker in den USA erlaubt sein, die Baupläne dazu sollte es einfach zum Download im Internet geben. Waffen aus dem 3D-Drucker für alle, dem hat ein US-Bundesgericht in letzter Sekunde einen Riegel vorgeschoben. Doch schon am Dienstag waren erste Baupläne online.

Einstweilige Verfügung nach scharfer Kritik

Das Gericht in Seattle erließ am Dienstagabend (Ortszeit) eine einstweilige Verfügung, wie ein Gerichtssprecher bestätigte. Kritiker hatten scharf gegen die Veröffentlichung der Pläne geschossen: Sie befürchteten eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Auch Menschen, denen der Besitz von Waffen verboten ist, könnten sich so eine Schusswaffe bauen. Die selbstgebauten Pistolen aus Plastik haben weder Seriennummern noch werden sie von Metalldetektoren erkannt.

Es war Donald Trumps Regierung, die eine außergerichtliche Einigung mit der für die Veröffentlichung der Waffenpläne verantwortlichen Organisation getroffen hatte. Skepsis ließ der US-Präsident aber auf Twitter walten: "Scheint nicht sehr sinnvoll zu sein."

"Defense Distributed" stellt Pläne vorab ins Netz

Bob Ferguson, Generalstaatsanwalt im Bundesstaat Washington, hatte die Verfügung beantragt und zugleich Klage gegen die Regierung von Präsident Donald Trump erhoben. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington schlossen sich der Klage an. Der Anwalt der Organisation "Defense Distributed" hatte das Gericht in Seattle erfolglos aufgefordert, den Antrag auf einstweilige Verfügung "in seiner Gesamtheit" abzulehnen. 

Letztlich stellte die Organisation "Defense Distributed" dann schon am Dienstag Pläne für die weitgehend aus Plastik bestehende Pistole vom Typ "Liberator" ("Befreier") ins Netz. Mehr als 5.000 Nutzer luden die Daten für den 3D-Druck der einzelnen Teile und die Anleitung für den Zusammenbau der Waffe herunter. Nach der  einstweiligen Verfügung zeigte die Download-Seite eine Fehlermeldung an.