US-Geheimbericht: Nordkorea wohl in der Lage zu Atomraketen-Abschuss

16. April 2013 - 12:49 Uhr

Obama: Nordkorea muss Kriegsrhetorik beenden

Die USA fürchten einem Pentagon-Geheimdienstbericht zufolge, dass Nordkorea wahrscheinlich Nuklear-Raketen abfeuern kann. Wie aus der Studie des US-Verteidigungsministeriums vom vergangenen Monat hervorgeht, kann das kommunistische Land durchaus dazu in der Lage sein. Allerdings könnten die Raketen unzuverlässig sein.

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Nordkorea soll einem US-Bericht zufolge in der Lage zum Abschuss von Atomraketen sein.
© REUTERS, JACKY CHEN

Eigentlich sollte die Bewertung geheim bleiben, wurde aber in einer Debatte im Repräsentantenhaus öffentlich. Zuletzt galt es in den USA als sicher, dass Nordkorea noch nicht in der Lage ist, mit atomaren Langstreckenraketen Amerika zu erreichen.

Ein Pentagon-Sprecher relativierte den Bericht später. Es sei nicht richtig anzunehmen, dass Nordkorea schon bewiesen hätte, Nuklear-Raketen vollständig getestet, entwickelt und abgefeuert zu haben.

US-Präsident Barack Obama rief Nordkorea auf, seine kriegerische Haltung aufzugeben. Darin stimme er mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon überein, sagte Obama bei einem Treffen mit Ban im Weißen Haus in Washington. Pjöngjang müsse jetzt den Ton mäßigen. "Niemand möchte einen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel sehen", fügte Obama hinzu.

Nordkorea müsse wie jede andere Nation grundlegende internationale Regeln befolgen, besonders UN-Resolutionen, sagte er mit Blick auf das Atomprogramm des kommunistischen Regimes. Die USA würden alle notwendigen Schritte unternehmen, um ihre Bürger zu schützen. Sie würden ihren Bündnisverpflichtungen in der Region nachkommen, betonte Obama.

Der US-Militärgeheimdienst sieht nach einem Bericht der 'New York Times' offenbar Fortschritte bei nordkoreanischen Atomwaffen. Die Defense Intelligence Agency (DIA) gehe mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass das Regime "derzeit über Nuklearwaffen verfügt, die von ballistischen Raketen getragen werden können". Allerdings dürfte die Zuverlässigkeit eher gering sein, berichtete die Zeitung, die nach eigenen Angaben Einsicht in den vertraulichen Bericht hatte. CNN berichtete unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten, dass die USA nicht davon ausgehen, dass Nordkorea die für Tests vorbereiteten Raketen nuklear bestückt habe.

Raketenstart am 15. April? Da ist der 101. Geburtstag des 'ewigen Präsidenten'

Die sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russland (G8) wollen gemeinsam den Druck auf Nordkorea erhöhen, um das stalinistische Regime von seinem Eskalationskurs abzubringen.

Südkorea, die USA und Japan brachten Zerstörer, Radar- und Raketenabwehrsysteme in Stellung, um anfliegende Raketen abzufangen, falls sie eine Gefahr für die Länder darstellen. Die Raketenabwehrsysteme Patriot seien in der Lage, jede nordkoreanische Rakete in Schussweite abzufangen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.

In Südkorea wird erwartet, dass Nordkorea eine oder zwei Musudan-Raketen mit Reichweiten von schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Kilometern testen will, um im Konflikt um sein Atomprogramm Stärke zu demonstrieren. Südkoreas Außenminister Yun Byung Se hatte am Mittwoch gesagt, Nordkorea könne eine Musudan jederzeit starten. Die Rakete gilt als unerprobt.

Nordkoreas Streitkräfte bewegten entlang der Ostküste mehrere mobile Startrampen, berichteten südkoreanische Medien unter Berufung auf Militärkreise. Es könnten auch Scud-Raketen mit Reichweiten von 300 bis 500 Kilometern und Nodong-Raketen abgefeuert werden, die über 1.300 Kilometer weit fliegen.

Es wird vermutet, dass Nordkorea die Tage um den 101. Geburtstag des früheren Staatschefs und als Republikgründer verehrten Kim Il Sung am 15. April für die Raketenstarts nutzt. Neben Feierlichkeiten gebe es auch Anzeichen für eine große Militärparade in Pjöngjang, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.