Öffentlich zugängliche Bilder auf Facebook und Youtube

US-Firma soll Milliarden Fotos für Gesichtsdatenbank gesammelt haben

ARCHIV - ILLUSTRATION - Durch die Gläser einer Brille ist in Schwerin der Schriftzug des sozialen Internet-Netzwerks Facebook auf einem Laptop zu sehen (Archivfoto vom 16.11.2010).Die umstrittene automatische Gesichtserkennung bei Facebook hat Deutsc
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dpa, Jens Büttner

Mehr als 600 Behörden sei der Zugang als Service angeboten worden

Eine US-Firma soll rund drei Milliarden Bilder von Menschen aus dem Internet zusammengestellt haben, um eine umfassende Datenbank zur Gesichtserkennung zu entwickeln. Das berichtet die "New York Times". Im vergangenen Jahr sei der Zugang dazu mehr als 600 Behörden als Service angeboten worden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Unternehmen namens Clearview.

Öffentlich zugängliche Bilder landen in Datenbank

Angaben dazu, welche Behörden das waren, macht Clearview nicht. Auf ihrer Website lässt die Firma allerdings auf die Aufklärung von Sexualverbrechen spezialisierte kanadische Ermittler lobend zu Wort kommen.

Für die Datenbank seien öffentlich zugängliche Bilder bei Plattformen wie Facebook und Youtube oder dem US-Bezahlservice Venmo eingesaugt worden, hieß es. Eine Sammlung in dieser Dimension würde bisher bekanntgewordene Datenbanken zur Gesichtserkennung übertreffen. In den USA etwa prüfen die Behörden die Identität der Einreisenden per Gesichtserkennung - greifen dabei aber auf die Bilder zurück, die speziell dazu aufgenommen wurden.

Paypal-Mitgründer ist einer der früheren Geldgeber

Die zuvor praktisch unbekannte Firma Clearview trat erst durch die Recherchen der "New York Times" an die Öffentlichkeit. Ein früherer Geldgeber war US-Milliardär Peter Thiel. Der Paypal-Mitgründer und Facebook-Investor ist für seine libertären Ansichten und als einer der wenigen erklärten Unterstützer von Präsident Donald Trump im Silicon Valley bekannt ist. Sein Sprecher sagte der Zeitung, Thiel habe Clearview im Jahr 2017 mit 200.000 Dollar unterstützt und dafür einen Anteil bekommen. Er sei ansonsten nicht beteiligt.

Gründer von Clearview ist der 31 Jahre alte Hoan Ton-That, der aus Australien in die USA kam. Zuvor hatte er einige wenig erfolgreiche Geschäftsideen gehabt, wie etwa eine App, mit der sich Nutzer auf ihren Fotos Trumps charakteristische Frisur verpassen konnten. Er habe zwischenzeitlich an eine Karriere als Model gedacht, dann aber beschlossen, ins Geschäft mit der Gesichtserkennung einzusteigen, sagte er der "New York Times".