Kurt Kaser rettet sich selbst das Leben

US-Farmer schneidet eigenes Bein mit Taschenmesser ab

© Kurt Kaser, Foto: privat

15. Mai 2019 - 14:33 Uhr

Letzte Chance: Beinamputation

Was Kurt Kaser aus Nebraska erlebt hat, liest sich wie das Drehbuch zu einem Horrorfilm. Der US-Farmer war bei der Arbeit mit seinem Bein in eine laufende Maschine geraten. Er drohte, von der rotierenden Schraube, mit der Mais in ein Silo befördert wird, zerfleischt zu werden. Dem 63-Jährigen blieb nur eine Wahl.

"Dachte, ich würde jeden Moment bewusstlos werden"

Förderanlage für Mais
Mit einer solchen Förderanlage wird Mais in die Silos transportiert.
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Die Situation war ausweglos, der Griff zum Taschenmesser seine einzige Chance: Kurt Kaser kam nicht an den Aus-Knopf der Maschine, sein Mobiltelefon war außer Reichweite, Hilfe nicht in Sicht. Fünf Minuten hackte und säbelte der Farmer, um seinen Unterschenkel abzutrennen. "Ich merkte, wie ich Nerven durchtrennte", sagt Kaser in einem Interview mit den NBC News. "Ich dachte, ich würde jeden Moment bewusstlos werden. Aber etwas hat mich weitermachen lassen."

Farmer wird bald wieder laufen können

Kurt Kaser aus Pender, Nebraska
Kurt Kaser aus Pender, Nebraska, ringt sich ein Lächeln ab. Er kann dem Unfall trotz allem etwas Positives abgewinnen.
© Kurt Kaser, Foto: privat

Endlich frei, kroch er die 50 Meter zu seinem Haus, konnte dort den Rettungsdienst alarmieren. Ein Hubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus. Das war Ende April. Heute sitzt Kaser im Rollstuhl, zeigt sich dennoch optimistisch und sieht das Positive. "Ich denke, ich bin stur, ich will nicht aufgeben", scherzt er. "Ich habe andere Menschen dort (im Krankenhaus; Anm. d. Red.) gesehen. Ich habe immer noch den größten Teil meines Beines und kann hoffentlich bald wieder laufen."

Nach zwei Wochen Reha im Madonna-Rehabilitationskrankenhaus in Lincoln stehen die Chancen dafür tatsächlich gut. In naher Zukunft soll der 63-Jährige eine Prothese bekommen. "Ich bin gerne unterwegs und ich weiß, dass das wieder möglich sein wird."