RTL News>News>

US-Datenskandal: Auch Deutsche ausspioniert? Bundesregierung fragt nach

US-Datenskandal: Auch Deutsche ausspioniert? Bundesregierung fragt nach

US-Datenskandal: Regierung will wissen, ob Deutsche betroffen sind
Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Wirtschaftminister Rösler treffen sich heute mit Internetfirmen
dpa, Ole Spata

Minister treffen sich mit Internetfirmen

Wurde auch ich ausspioniert? Welche Daten hat der US-Geheimdienst über mich gesammelt? Das fragen sich viele Deutsche nach den Enthüllungen über das US-Spionage-Programm 'PRISM'. Auch die Bundesregierung will Antworten auf diese Fragen. "Das macht uns große Sorgen. Das macht den Menschen auch große Sorgen", sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Er trifft sich heute zusammen mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) mit verschiedenen Internetfirmen.

Die Minister wollen klären, ob Daten deutscher Internetnutzer abgehört worden sind, auf welcher rechtlichen Grundlage und inwiefern die Unternehmen davon gewusst oder mit US-Behörden zusammengearbeitet hätten. Vertreter von Microsoft, Google und Branchenverbänden seien anwesend. Facebook hat Fragen schriftlich beantwortet. Der US-Konzern Apple hat "ohne Angabe von Gründen" seine Teilnahme abgesagt.

Außerdem will man das Thema beim anstehenden Besuch von US-Präsident Obama in Berlin ansprechen. Vor kurzem war bekanntgeworden, dass US-Geheimdienste weltweit auf unzählige Nutzerdaten von Internet-Konzernen wie Google und Facebook zugreifen. Sie rechtfertigen dies mit der Terrorismus-Abwehr.

US-Firmen kooperierten mit Geheimdiensten

Tausende US-Firmen sollen laut Medienberichten stark mit dem US-Geheimdienst zusammengearbeitet haben. So sollen sie die Geheimdienste mit Informationen versorgt und im Gegenzug Vorteile wie Zugang zu Spionage-Erkenntnissen bekommen haben, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Unternehmen gäben dabei Informationen wie Geräte-Spezifikationen weiter, um Kundendaten gehe es nicht. Mit solchem Wissen könnten die Geheimdienste dann fremde Computer leichter ausspähen.

An diesen Kooperationen beteiligten sich Hersteller von Software und Geräten, Banken, Anbieter von Satelliten-Kommunikation und Spezialisten für Internet-Sicherheit. So soll Microsoft Informationen über Schwachstellen in der Software weitergegeben haben, bevor diese durch Updates behoben wurden.

Die Zusammenarbeit der Unternehmen mit den US-Geheimdiensten bleibe im rechtlichen Rahmen, betonten die Bloomberg-Quellen.