Klagen von Apotheken, Berichte aus mehreren US-Bundesstaaten

Bericht: Ärzte hamstern Medikamente, die gegen Coronavirus helfen könnten

Coronavirus
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25. März 2020 - 10:10 Uhr

US-Ärzte stellen sich und Angehörigen massenhaft Rezepte aus

Dagegen scheinen Hamsterkäufe in Supermärkten harmlos: In den USA sollen sich in mehreren Bundesstaaten Ärzte massenhaft mit Medikamenten eindecken, die möglicherweise gegen das Coronavirus helfen könnten. Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf offizielle Angaben von Apothekenverbänden und Berichte von Apothekern in sozialen Netzwerken, dass Ärzte auf ihren eigenen Namen und für Verwandte Rezepte ausstellen, mit denen sie sich mit den entsprechenden Medikamenten eindecken.

Keines der Medikamente zum Einsatz gegen das Coronavirus

Die Verkaufszahlen in den US-Bundesstaaten Idaho, Kentucky, Ohio, Nevada, Oklahoma, North Carolina und Texas sind dem Bericht zufolge so stark gestiegen, dass diese Staaten Notfallregelungen und Vorgaben zur Ausgabemenge für Apotheker getroffen haben. Bei den Medikamenten handelt es sich Malaria-Präparate, sowie Mittel gegen Lupus, rheumatische Arthritis und andere Erkrankungen. Im Bericht wird betont, dass keines der Medikamente durch die US-Behörden zum Einsatz gegen das Coronavirus bestätigt sei.

"Wir rufen dazu auf, das unangemessene Verschreiben und Bestellen von Medikationen zu unterlassen und rufen alle Ärzte und medizinische Fachangestellte dazu auf, die höchsten Standards von Professionalität und Ethik einzuhalten", schreibt Dr. Patrice Harris, Präsidentin der American Medical Association, dazu in einem Statement.

Apotheker sollen ihr "berufliches Beurteilungsvermögen" nutzen

Dem Bericht der "New York Times" zufolge haben mehrere Bundesstaaten Regeln erlassen, dass bestimmte Medikamente nur noch mit schriftlicher Diagnose einer damit zu behandelnden Krankheit verschrieben und ausgegeben werden dürfen. Andere Bundesstaaten setzen demnach auf Anweisungen an Apotheker, diese sollten ihr "berufliches Beurteilungsvermögen" nutzen, ob sie Rezepte entsprechend handelnder Ärzte einlösen oder die Medikamente für Patienten einzubehalten.