Gemeinsame Zeit als Familie

US-Amerikanerin nimmt 6 Wochen altes Baby mit auf die Jagd

Eine Jägerin steht im Sonnenuntergang. (Symbolbild)
Eine Jägerin steht im Sonnenuntergang. (Symbolbild)
© iStockphoto

01. Februar 2021 - 12:05 Uhr

Die Jagd mit Baby

Es sind Fotos, die viele deutsche Eltern sicher fragwürdig finden: Gabrielle Shaker trägt ihr wenige Wochen altes Baby in einer Trage um sich geschnallt, beide tragen Tarnkleidung für die Jagd. Die Fotos zeigen die junge Mutter bei der Jagd im US-Bundesstaat Pennsylvania. Das finden einige verwerflich – andere geben Tipps für die Jagd mit Baby.

Wehen setzten auf der Jagd ein

Die 27-jährige Gabrielle Shaker aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania war gerade auf der Jagd, als ihre Wehen einsetzen. "Den ganzen Tag über hatte ich Wehen und ich war besorgt, jagen zu gehen. Doch es war der erste Tag, um als Schwangere jagen zu gehen und das wollte ich nicht verpassen, vor allem weil die Jagdsaison in vollem Gange war", erklärt Gabrielle gegenüber der Daily Mail. Ihre Intuition habe ihr gesagt, dass es ein falscher Alarm sei – und zum Glück war es das auch. Nur rund sechs Wochen später ist sie wieder auf der Jagd - mit ihrem Neugeborenen in einer Babytrage vor den Bauch gespannt.

Dafür erntet die junge Mutter viel Kritik. Sie würde einen Mörder heranziehen, weil sie das Kind mit zur Jagd nehme, heißt es unter einem ihrer Fotos.

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Kinderpsychologin sieht kein Problem in der Jagd mit Baby

Die Kinderpsychologin Sabine Kopsch-Werner schätzt die Jagd für das Kind nicht als traumatisierend ein, solange sich Eltern an einige "Solange es sich um einen Vorgang der Jagd handelt und dieses in Wertschätzung geschieht, ist keine Traumatisierung eines Kindes zu erwarten. Kinder entwickeln erst mit dem siebten Lebensjahr ein Konzept zum Thema Tod."

Auf ihrem Social-Media-Profil zeigt sich Gabrielle Shaker auch hochschwanger auf der Jagd, postet immer wieder Bilder mit erlegten Rehen oder Truthähnen. Sie frage ihre knapp 1.500 Follower auch nach Tipps, wie sie ihr Baby am besten mitnehmen kann. Feuchttücher und eine Decke seien wichtig, schreibt eine der Followerinnen. Außerdem müsse für Kinder, die nicht mehr gestillt werden an Wasser und Snacks gedacht werden.

Frisches Fleisch für die Familie

Die erste gemeinsame Jag mit Baby Rhett Lee sei dennoch etwas ganz besonderes gewesen. Gabrielle erzählt: "Als ich die Baby-Trage um mich geschnallt habe und ihm seinen kleinen Ohrschützer aufgesetzt habe, habe ich ein neues Gefühl der Sicherheit gespürt und konnte es nicht abwarten, endlich in den Wald zu kommen."

Sie sagt, dass sie die negativen Kommentare nicht weiter stören, denn die Leute müssten nicht ihrer Meinung sein. Für sie sei die Zeit draußen wichtig und dass sie ihre Familie über Monate mit Fleisch von freien Tieren versorgen könne.

Jagen hat in den USA einen anderen Stellenwert

In Pennsylvania und anderen ländlichen Bundesstaaten der USA ist es für sehr viele Menschen normal, auf die Jagd zu gehen und sich mit dem Erlegten selbst zu versorgen – auch um eine Alternative zu steigenden Lebensmittelpreisen zu haben. Bürger müssen dafür eine Jagdlizenz erwerben und sich an die saisonalen Bestimmungen der Behörden halten.