Urteil: Tod des Partners ist kein Reiserücktrittsgrund

Das Amtsgericht München hat nun beschlossen: Wenn der Partner stirbt ist das kein Grund für den Rücktritt von einer gemeinsam geplanten Reise.
Das Münchner Amtsgericht hat entschieden: Der Tod des Partners ist kein Reiserücktrittsgrund (Symbolbild).
dpa, Peter Steffen

Trauer sei eine ganz normale Folge

Sie planten eine gemeinsame Schiffsreise durch Frankreich, doch dann stirbt der Ehemann. Als die Frau daraufhin die Reise storniert will die Reiserücktrittsversicherung nicht zahlen.

Das Amtsgericht München hat nun beschlossen: Wenn der Partner stirbt ist das kein Grund für den Rücktritt von einer gemeinsam geplanten Reise. Die Trauer sei keine unerwartet schwere Erkrankung im Sinn der Reiserücktrittsbedingungen. "Die Trauer ist vielmehr als ganz normale Folge des Versterbens eines nahen Angehörigen zu sehen." So das Gericht.

Die Frau aus Straubing hatte eine zehntägige Reise für sich und ihren Ehemann im Wert von 5.700 Euro gebucht. In der Nacht, nachdem die Frau die Reiserücktrittsversicherung für sich und ihren Partner abgeschlossen hat, verstirbt dieser völlig unerwartet. Die Versicherung nahm den Antrag der Klägerin rund eine Woche später an - nicht wissend, dass der Ehemann gestorben war.

Bei der Stornierung gab die Frau an, sie habe nach dem Tod ihres Mannes an einer schweren psychosozialen Belastungsstörung gelitten, wodurch der Reiseantritt unmöglich gewesen sei. Der Veranstalter berechnete Stornogebühren in Höhe von knapp 3.500 Euro. Diese verlangte die Witwe von der Versicherung zurück - die weigerte sich jedoch, zu zahlen. Nach Auffassung des Gerichts muss sie das auch nicht. "Die Klägerin zeigte nachvollziehbarerweise eine akute Belastungsreaktion - mithin einen psychischen Schock. Dies ist jedoch keine psychische Störung im Sinne eines regelwidrigen Zustandes." Wie eine Gerichtssprecherin sagte, wäre das Urteil auch so ausgefallen, wenn die Frau die Versicherung früher abgeschlossen hätte.