Urteil: Kündigung der Wohnung wegen Rauchens ist rechtens

18. Februar 2015 - 20:01 Uhr

Gericht bestätigt Kündigung

Rauchen in der Öffentlichkeit wird immer stärker eingeschränkt, in ihrer eigenen Wohnung dagegen konnten Raucher ihrer Leidenschaft unbehelligt frönen – bis jetzt. Denn das Amtsgericht Düsseldorf entschied nun zu Gunsten einer Vermieterin, die ihrem Mieter gekündigt hat, weil er in der Wohnung zu viel geraucht hat.

Raucher Friedhelm Adolfs: Gericht bestätigt Kündigung
Raucher Friedhelm Adolfs muss aus seiner Wohnung raus.
© dpa, Rolf Vennenbernd

Belästigt ein Mieter durch Zigarettenrauch seine Nachbarn, darf ihm die Wohnung gekündigt werden, urteilte das Gericht. Der Vermieter eines Mehrparteienhauses müsse es nicht dulden, wenn Zigarettenrauch im Treppenhaus zu einer unzumutbaren und unerträglichen Geruchsbelästigung führe. Dies gelte, obwohl ein Mieter grundsätzlich in seiner Wohnung rauchen dürfe. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit der Nachbarn habe in diesem Fall Vorrang vor dem Recht auf freie persönliche Entfaltung des Rauchers.

Konkret ging es um den Mieter Friedhelm Adolfs, dem nach 40 Jahren die Kündigung für seine einstige Dienst- und jetzige Mietwohnung zugestellt worden war. Die Vermieterin argumentierte, Adolfs habe eineinhalb Jahre lang nicht über die Fenster, sondern in den Hausflur gelüftet. Beschwerden und Abmahnungen habe er ignoriert. Mehrere andere Mieter hätten sich beschwert und in einem Fall auch ihrerseits mit Kündigung gedroht.

Mieter räumte Verfahrensfehler ein

Der 75-jährige Mieter hatte das bestritten. Es habe sich lediglich ein Mieter im fünften Stock beschwert - weit entfernt von seiner Parterrewohnung. Außerdem könne er nichts dafür, dass seine Wohnungstür undicht sei. Allerdings hatte seine Anwältin die Argumente erst nachträglich in das Verfahren eingeführt und das Gericht hatte sie als unentschuldigt verspätet nicht mehr zugelassen.

"Meine Anwältin hat wohl Fehler gemacht", sagte Adolfs. Er bekräftigte aber, nun in die Berufung ziehen zu wollen. Der 75-Jährige vermutete, dass seine Wohnung in lukrativen Büroraum umgewandelt werden solle. Die Vermieterin hat nun sogar das Recht, die Wohnung noch vor dem Berufungsverfahren räumen zu lassen. Ihre Anwältin ließ aber erkennen, dass man davon wohl keinen Gebrauch machen werde. "Unsere Erfolgsaussichten sind auch in der Berufung relativ groß", erklärte die Anwältin der Vermieterin. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.